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Dieses Thema hat 2 Antworten
und wurde 476 mal aufgerufen
 Aktuelles zu CliC
CliC Lübeck Offline




Beiträge: 1.907

26.10.2009 19:07
RE: Warum eine Selbsthilfegruppe? Zitat · antworten

Ich möchte Euch aus meiner Sicht erläutern, warum eine Selbsthilfegruppe - im allgemeinen mit *SHG* abgekürzt -wichtig ist und hilfreich sein kann.....

In dunkler Vorzeit, in den ersten Schritten zum Trockenwerden,zum nicht mehrsaufenkiffenschlucken, hörte ich gebetsmühlenartig von Therapeuten, Ärzten, Suchtberatern etc, die Aufforderung UNBEDINGT eine SHG zu besuchen. Ich stellte mir das grausam vor und war total dagegen, eine Ansammlung von Softies, Schlaffis und Laberköpfen, die nix auf die Reihe kriegen und deshalb "über ihre Probleme reden" trat vor meinen geistigen Auge auf.
Fand ich uncool und für mich völlig abwegig, weil ich ja -ausser mal ´nen Schluck zu viel zu trinken - alles im Griff hatte und sowieso der Geilste war...

Dass ich damals schon nix mehr gebacken bekam, nahm ich nicht so wahr..

Was mich aber nicht davon abhielt, schon Anfang der 90er ein paar unterschiedliche Gruppen zu besuchen. Meine Erwartungen wurden keinesfalls bestätigt, obwohl ich ja mit dieser ablehnenden, abwertenden Haltung rein ging.

Was mir damals schon auffiel war der Altersunterschied, ein Grund mit für das Entstehen von CliC

Die dann positiven Erfahrungen waren der Art, dass dort keineswegs Schlaffis oder Weicheier rumsaßen und ihre selbstgehäkelten Schnuffeltücher vollheulten,sondern Profischluckspechte, die nie im Leben ins Glas gespuckt haben und auch sonst die Kuh fliegen ließen..
Jedoch, -wie im richtigen Leben- der eine mehr der andere weniger. Lange Abhängigkeit, schwere Krankheitsverläufe, Schicksale, Verluste von Partner, Freunden, Vermögen, Jobs und natürlich Gesundheit, sowie alles was so abhanden kommen kann..

Dabei aber nicht weinerlich oder klagend, sondern aufgrund der jetzt erarbeiteten Abstinenz, nüchtern (im wahrsten Sinne des Wortes)und sachlich von "alten Zeiten" berichtend und ansonsten lustig optimistisch und auch mit viel Spass und dem augenzwinkernden:" Waren wir nicht alle so, als wir noch drauf waren". Bei den Gesprächen gings um bestimmte Situationen, wie z.B verhalte ich mich auf Feiern, wenn mir was angeboten wird, was mach ich wenn der Saufdruck kommt und hunderte andere Sachen in Bezug aufs abstinente Leben...

Hier helfen also andere Menschen, dem "Neuling" mit Tipps und Ratschlägen, wie der/diejenige es selbst gemacht/geschafft hat.

Dadurch dass sich viele, die meisten fast alle Suchtgeschichten gleichen, die Leute jedoch alle verschieden sind, gibts fast auf alle Fragen eine Antwort. Das kann mit einem lockeren Spruch sein, oder mit ´ner deutlichen Ansage ..mit gefühlvoller Teilnahme oder sachlichem Erfahrungswert.
Bei frischer Abstinenz ist eine SHG eigentlich das Beste was man FÜR SICH tun kann..

Dazu kommen natürlich die neuen Kontakte, von Leuten aus der Gruppe, mit denen man vielleicht auch einen anderen Teil der Freizeit verbringt..

Grade als Frischabstinenter ist es wichtig, die entstandene Leere (der Stoff fehlt ja jetzt:look mit neuen Dingen zu füllen..Das ist nicht immer einfach..
aber immens wichtig...!!!!!!!!!!!!!!!

Irgendwas ergibt sich immer in der Gruppenstunde, etwas was einen an schlechte Zeiten - die man nicht mehr haben will - erinnert , ein Tipp wie man etwas evtl. besser machen kann.., das Gefühl, dass es anderen genauso ging..oder eine ganz neue Erkenntnis.

Auch gibt es Unterschiede im Verlauf...es gibt schwächere Treffen und Extra-highlights..aber "irgendwas nimmt man immer mit" auch wenn dieserTherapeutenspruch ziemlich ausgelutscht klingt....so ist doch viel Wahres dran....

Warum viele nicht in eine SHG wollen, erschließt sich MIR nicht!!

Ich hätte damals jeden Strohhalm ergriffen, um endlich nicht mehr konsumieren zu müssen und wäre mir das noch so absurd erschienen...

Um morgens nicht mehr zu zittern und zu kotzen, nicht mehr schweissgebadet den ersten Klapperschluck reinzuwürgen, nicht von der ersten Minute des Tages daran zu denken, wie krieg ich das geregelt, genügend drauf zu kommen um nicht entzügig zu werden, wie unterdrück ich die Scheissgefühle, was hab ich gestern bloß gemacht und was ist überhaupt los..

Das man ein Leben lang in irgendwelche Gruppen rennen muss, weil man ansonsten sofort rückfällig wird, total untergeht oder sonstwie vom Schicksal ereilt, halt ICH PERSÖNLICH für totalen Unsinn. Irgendwann ist die Zeit, wo man sich löst, andere Wege geht und Neues entdeckt..
Was nicht heisst, dass man die Gruppe nicht noch ab und zu besucht..allein schon weil sich Freundschaften und Verbindungen aufgebaut haben..

Aber erstma hingehen....und guggen!!

Gruß
Uwe


Lulu4
Beiträge:

24.11.2009 23:29
#2 RE: Warum eine Selbsthilfegruppe? Zitat · antworten

hallo uwe,

klasse beitrag

ich habe nun schon zwei shg besucht, leider war nicht die passende für mich dabei.

noch bin ich motiviert weiter zu suchen, allerdings ist hier nicht wirklich viel auswahl.

dennoch empfinde ich den regelmässigen austausch wichtig, damit ich mich weiterhin regelmässig mit dem thema sucht auseinander setze.
und schliesslich weiss jeder der in die gruppe sitzt, wie er/sie mich evtl. auf ein zurückrudern aufmerksam machen kann. auch ist die hemmschwelle nicht vorhanden bzw geringer ehrlich darüber zu sprechen wenn mal wieder der saufdruck hochkommt.

ich hoffe noch die passende gruppe hier zu finden, schade das ihr so weit entfernt seid, das konzept von CLIC finde ich klasse.

vlg
amanda


Gast
Beiträge:

01.12.2009 04:32
#3 RE: Warum eine Selbsthilfegruppe? Zitat · antworten

Zitat
Gepostet von CliC Lübeck


Aber erstma hingehen....und guggen!!

Gruß
Uwe


Also das denke ich ist das größte problehm,das sich die meisten sich nicht trauen die tür auf zu mache,wenn sie mal offen ist, bleiben viele.
Da alles was sie gehört haben ,nicht stimmt.


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