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Dieses Thema hat 4 Antworten
und wurde 306 mal aufgerufen
  
 CliC Diskussionen
CliC Lübeck Offline




Beiträge: 1.852

17.07.2012 21:25
RE: Anfrage Angehöriger Zitat · antworten

Eine Anfrage, die uns erreichte, stelle ich hier anonym zur Diskussion..

Was meint ihr zum Sachverhalt?
_____________________________________________________
ich möchte euch als Ehefrau (53 Jahre)eines Alkoholikers gern etwas fragen. Mein Mann hatte nach einer schweren Alkoholkrise mit 3 Entgiftungen Anfang der 90er eine lange trockene Phase. Letztens habe ich ihn zweimal mit einer Fahne ertappt. Er erklärte mir, dass er schon wieder viele Jahre trinkt, allerdings heimlich, selten und dosiert. Ich habe es jedenfalls nicht gemerkt und bin aus allen Wolken gefallen. Haben Sie Erfahrung mit dieser Verhaltensweise? Gibt es tatsächlich alkoholkranke Menschen, die über Jahre den Alkoholkonsum steuern können ohne dass er so zunimmt, dass er es nicht mehr in den Griff bekommt? Ich bin davon wenig überzeugt, aber vielleicht gibt es neue wissenschaftliche Erkenntnisse, dass man dann nicht automatisch so „rückfällig“ wird, wie man es eigentlich erwarten würde. Ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll. Ich bin ziemlich am Ende. Vielleicht könnt ihr mir einen Rat geben.

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Fingolfin2
Beiträge:

18.07.2012 06:33
#2 RE: Anfrage Angehöriger Zitat · antworten

Zitat
Gepostet von CliC Lübeck

Haben Sie Erfahrung mit dieser Verhaltensweise? Gibt es tatsächlich alkoholkranke Menschen, die über Jahre den Alkoholkonsum steuern können ohne dass er so zunimmt, dass er es nicht mehr in den Griff bekommt?

_______________________________________________________




Moin !!

Eigentlich braucht es dazu keine wissentschaftlichen Erkenntnisse.

Wenn er Alkoholiker ist, kann er eben seinen Konsum nicht steuern.

Über das Verheimlichen, Verniedlichen und und Kleinreden des eigenen Konsums könnte ich ( und die meisten hier sicherlich auch) Romane schreiben .

Gruss

Michael

Sec
Beiträge:

18.07.2012 17:54
#3 RE: Anfrage Angehöriger Zitat · antworten

ich glaube, ganz so einfach können wir uns das nicht machen. Normalerweise stimme ich dem Michael unbedingt zu und bin der festen Auffassung, dass eine dauerhafte Kontrolle für einen Alki nicht möglich ist.
Ich bin auch keinesfalls ein Befürworter von Herrn Körkels Kontrolltrinktheorie, habe aber gerade heute gelesen, dass in anderen Ländern, speziell in Großbritannien und den Niederlanden, diese Kontrolltrinkerei sehr wohl einen festen Platz in der Alkholentwöhnungstherapie gefunden hat.
Da scheint es wohl sogar üblich zu sein, den Abstinenzwilligen bei Beginn der Therapie oder aber auch schon in der Suchtberatung die Frage zu stellen, ob sie dauerhaft auf Alkohol verzichten wollen oder den Ansatz eher im kontrollierten Trinken sehen.
Und je nachdem, wie sich der Alki entscheidet, ist das auch der Ansatz für die Therapie.
Und anscheinend sind die Ergebnisse dahingehend, dass die strikte Abstinenz eben nicht erfolgreicher ist.

Ich weiß jetzt aktuell noch viel zu wenig über den Ansatz, könnte mir aber durchaus vorstellen, dass das möglicherweise auch mit dem Trinkverhalten, speziell der Menge, zu tun hat.

Denn wir wissen ja alle, dass es durchaus Unterschiede macht, ob ich mir 3 Flaschen Korn und nen Kasten Bier am Tag reintrümmere oder ob ich meinen Status als Alkoholiker über den permanenten Genuß von einem 1/2 Liter Wein ertrunken habe.
Beide gelten der Definition nach, wenn das Ganze zum nicht mehr steuerbaren Trinken wird, ja als Alkoholiker, sind aber doch auf unterschiedlichen "Leveln"?

Nun ja, wie auch immer, ganz sicher ein hochinteressantes Thema, dass für mich speziell nochmal sehr nachdenkenswert erscheint, weil ich meine eigenen Vorstellungen vom Alkoholiker auch mal auf den Prüfstand stellen will. Nicht was meine eigene Person betrifft, da bin ich überhaupt nicht am Zweifeln, das ist wie in Beton gegossen, aber meine, bisweilen rigiden Ansätze bei anderen..

Bei dem von Uwe reingestellten Fall gilt allerdings, dass ich mehr über die Umstände wissen möchte.
Tendenziell neige ich aber dazu, dem Mann nicht zu glauben, dass er schon wieder sehr viele Jahre heimlich und dosiert trinkt.
Ich glaube, dass er das seiner Frau auftischt, um sie zu überzeugen, dass er es jetzt "kann".
Wahrscheinlich trinkt er noch gar nicht solange, was wiederum durch die nicht vorhandenen Abstürze dokumentiert wird und ist jetzt 2 mal erwischt worden. Das erscheint mir logischer bezügl. des Radars der Ehefrau.

Aber, sehr interessant und diskussionswürdig.

tallymann1 Offline




Beiträge: 462

19.07.2012 11:32
#4 RE: Anfrage Angehöriger Zitat · antworten

Zitat
Gepostet von Sec

Tendenziell neige ich aber dazu, dem Mann nicht zu glauben, dass er schon wieder sehr viele Jahre heimlich und dosiert trinkt.
Ich glaube, dass er das seiner Frau auftischt, um sie zu überzeugen, dass er es jetzt "kann".
Wahrscheinlich trinkt er noch gar nicht solange, was wiederum durch die nicht vorhandenen Abstürze dokumentiert wird und ist jetzt 2 mal erwischt worden. Das erscheint mir logischer bezügl. des Radars der Ehefrau.



Genau meine Gedankengänge, was Jörg schreibt. Es ist ja auch sehr willkommen von Ihm, um jetzt sozusagen wieder eine Legitimation für das Trinken zu haben.Wenn er damit bei seiner Frau erreicht, nun wieder öffentlich und nicht heimlich zu trinken (kontrolliert natürlich, Er kann es ja...) braucht man nicht zu orakeln wie es weitergehen wird.
Es mag ja Versuche und Therapien geben, das konrollierte Trinken wieder zu erlernen, belegbare Zahlen oder Studien gibt es darüber nicht. Wozu auch, meiner Überzeugung nach und aus eigenen Erfahrungen ( deckungsgleich mit den Erfahrungen von Leuten aus zigtausenden SHG)ist:
Für jemanden der die Grenze überschritten hat und abhängig Suchtmittel konsumiert, wird es ein ewiger Kampf und Krampf bleiben kontrolliert zu zu konsumieren, das Suchtmittel ist dabei egal. Wie sieht es dann aus, mit dem zufriedenem, mehrwerten Leben?
Ich würde der guten Frau raten, eine Suchtberatungsstelle und eine SHG für Angehörige aufzusuchen, da kann Sie meiner Meinung nach die beste Hilfe und Unterstützung finden, die sie braucht!

Gast
Beiträge:

28.07.2012 07:41
#5 RE: Anfrage Angehöriger Zitat · antworten

Kontrolliertes Trinken
gelesen auf www.a-connect.de
ein etwas längerer Bericht.Viel spaß beim lesen wünscht Conny




http://www.a-connect.de/kt.php

Bitte aus Gründen des copyrights nie und nimmer Texte von andren Webseiten einfach kopieren, sondern IN EIGENEN Worten beschreiben. Und diese Hinweise hier --> topic.php?id=91 bitte SEHR ernst nehmen; wir können und wollen uns keine Abmangebühren leisten. Danke! Gruß Ingrid

(Administrativ editiert .)



LG Conny

[ Editiert von Administrator Co-Administration am 28.07.12 14:25 ]

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