Dieses Forum verwendet Cookies und soziale Plugins wie Facebook und Twitter.
Indem Sie weiter auf diesem Forum navigieren, ohne die Cookie-Einstellungen Ihres Internet-Browsers zu ändern, stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu.
Sie erfahren mehr dazu und über unsere Hinweise zum Datenschutz und zu den hier genutzten sozialen Plugins unter Impressum/Datenschutz
 Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 56 Antworten
und wurde 2.036 mal aufgerufen
  
 CliC Diskussionen
Seiten 1 | 2 | 3
CliC Lübeck Offline




Beiträge: 1.852

22.03.2013 12:19
#26 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Zitat
Gepostet von Co-Administration
Ich weiß dass es läuft, brauch es aber nicht sonderlich mit Add-Ons zu versehen, ich weiß dass es da ist und Anwendung findet - sozusagen als aktives Programm im Hintergrund (ja, da ging jetzt wieder der Nerd in mir durch...)

Viele Grüße
Ingrid[/b]



Demnach wäre ein Rückfall ein VIRUS oder ein BUG, der sich auf der Festplatte einnistet und das Betriebsystem manipuliert.

und den kann man sich, wie im Real -Life , auf...gewissen Seiten.. einfangen (transportiert dann das saufende Umfeld)...oder wenn man generell unachtsam ist und meint man bräuchte keine Antiviren - Software...

Und da gibt´s ja auch soooviel verschiedene...


AA wäre dann NORTON, das bekommt man kaum deinstalliert...

Co-Administration Offline




Beiträge: 2.062

22.03.2013 12:37
#27 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

kommt hin, Uwe!

Blumentopferde Offline




Beiträge: 188

22.03.2013 12:50
#28 RE: Zitat · antworten

Franziskus

♥ Jesus , oh jetzt kam der Christ in mir durch

Freddy K Offline




Beiträge: 15

22.03.2013 13:34
#29 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Zitat
Gepostet von Co-Administration
[b]Ich habe gerade große Freude an der Diskussionskultur hier.


Ich übrigens auch.


Ich les ja schon länger regelmäßig mit (wenns denn mal was zu lesen gab:verstehe - mag die locker-flockige, dafür aber gut verständliche Schreibweise hier im Forum.......


Hab mich trotz der vielen CliC-Internen Themen nach reiflicher Überlegung irgendwie eingeladen gefühlt, auch mal meinen Senf dazuzugeben

Wurde NICHT enttäuscht. Weiter so! *mal Lob*


Schönen Tag wünscht
Freddy

Fingolfin1
Beiträge:

22.03.2013 13:36
#30 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Zitat
Gepostet von CliC Lübeck



AA wäre dann NORTON, das bekommt man kaum deinstalliert...



Jep, aber da -und auch leider bei manch Anderen- hilft zuverlässig nur noch : format c: [return]

Blumentopferde Offline




Beiträge: 188

22.03.2013 18:05
#31 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

CliC Onlineforum >> CliC - öffentlicher Bereich für alle >> CliC Diskussionen >> "Lebenslange" Krankheit > Antworten :


Zitat
Jep, aber da -und auch leider bei manch Anderen- hilft zuverlässig nur noch : format c: [return]



JEP

Freddy K Offline




Beiträge: 15

23.03.2013 13:21
#32 RE: Lebenslange Krankheit Zitat · antworten

Hi Blumentopferde,

nochmal zu deinem Post.


Zitat
Gepostet von Blumentopferde
Hey Freddy,

Ich möchte auf ein Konzept verweisen, welches öffentlich propagiert wird.

(...)

Konzept von Körkel , demnach Gegenteiliges der Fall ist Zitat (der Spiegel, Wie die Tröpfchentherapie Trinkern hilft von Jana Hauschild)

(...)

Motivation




Blume







Danke für den Link - habs mir durchgelesen. Da wird viel mit Prozenten gespielt...wer "unkontrolliert" aufhört, wann wieviele Rückfälle erleidet.

Ja ja, schon klar.... Wer ständig weiter säuft, kann ja schwerlich einen Rückfall erleiden..

Nu mal im ernst. Das KT mit Aussicht auf Abstinenz ist natürlich besser, als ohne Hemmungen durchzusaufen. Allein der Wille zählt.



Was in dem Artikel komischerweise fehlt, ist eine klare Aussage, wieviele der Probanten im Zuge des kontrollierten Trinkens ganz aufgehört haben - und wieviele davon erst wieder auf die Schnauze fallen mussten.

Ich schätze mal, bei den Allermeisten ist letzteres der Fall.

Das einzige was da steht ist: "Entgegen der gängigen Erwartung - wer einmal süchtig war, kann seine Sucht niemals kontrollieren - schafften sie es aber, den Konsum über eine lange Zeit niedrig zu halten."

Schön!

Niedrig ist relativ. Niedrig...und kontrolliert sowieso - hab ich zeitweise auch ohne Dr. Körkel geschafft.


Gruß
Freddy

[ Editiert von [b]Freddy K
am 23.03.13 13:24 ]

Blumentopferde Offline




Beiträge: 188

23.03.2013 14:24
#33 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Danke Freddy,

nicht zu Hause entgiften! ...eben kontrolliert

Kannst Du mal ein paar Gründe dafür sammeln?

Warum soll man heimlich weitersaufen? kontrolliert wird propagiert

es ist ein Instrument und bleibt individuell, ganz klar, als eine Möglichkeit und Hoffnung die motiviert, daran zu arbeiten, so habe ich den Artikel verstanden.

Ich lese hier in dieser Disskusion nur Motivation heraus, ausser bei Fingolfin-

Ein Besispiel zu nennen...

Als Mensch der am Beginn seiner Suchtkarriere steht will ich nicht wissen, ob ich krank bin. Ich will mithalten können und zumindest die Hoffnung haben "kontrolliert" zu trinken.

Deswegen komm vorbei und lerne kontrolliert zu trinken! Bin mal gespannt, ob da die Sitzplätze reichen?!
Es ist immer jemand da, dem man seine Erfahrungen mitteilien kann.

Ich bin aber dafür das man dies als Kurs anbietet und nicht nur als geh und komm wieder wenn Du genug hast.
Es muss auch eine Vereinbarung getroffen werden, ein Ziel und ein Grund, etc. !

Nicht einfach nur striche machen gehen, etc. ! Oder was sagt Clic dazu?


Innerhalb dieses geschützten Rahmens kann in aller Ruhe Erkenntnis reifen. Und soetwas wie ein Wille entstehen.

Die Umsetzung, wie Du sagst mit Trinkplänen, den Menschen die das auswerten sollen, die Gespräche führen, nicht belogen werden wollen. bleibt zu prüfen! Wer mit der Faust in der Tasche seit langer Zeit trocken ist kann m.A.
auch nur so wirken...

Fingolfin1
Beiträge:

23.03.2013 17:28
#34 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Mein lieber Freddy !!

Du scheinst ein wenig die Begrifflichkeiten zu vermengen.

Uwe sprach von krank + gesund, was Du im Hinterkopf zu haben scheinst, ist der Begriff "geheilt" .

Das meinte ich mit der Aussage, das Alkoholabhängigkeit nicht heilbar ist.

Aber auch andere haben ihre Schwierigkeiten damit :

Am Ende meines "Entlassungsbescheides" aus Neustadt (qualifizierte Entgiftung) stand :

"Der Patient wird als geheilt entlassen".

Auf meine Nachfrage, was dieser Blödsinn soll, hätte ich doch grade die Unheilbarkeit mühevoll eingetrichtert bekommen, war die lakonische Antwort, das müsse da drin stehen, sonst dürften sie überhaupt niemanden entlassen.

Neustadt hätte also mindestens 60 statt 16-tausend Einwohner, wäre nicht auch dieser Begriff dehnbar.


gesunden Gruss

Michael

Freddy K Offline




Beiträge: 15

23.03.2013 19:26
#35 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Hi Michael,

Zitat
Gepostet von Fingolfin1
[b]Mein lieber Freddy !!

Du scheinst ein wenig die Begrifflichkeiten zu vermengen.

Uwe sprach von krank + gesund, was Du im Hinterkopf zu haben scheinst, ist der Begriff "geheilt" .


Ja, da scheint tatsächlich was dran zu sein.


Wobei für mich "gesund" etwas entgültiges/abgeschlossenes hat(te) - wohingegen der Begriff "geheilt" auch gerne mal eine Momentaufnahme sein kann.... und für MICH sogar noch eher auf einen Alkoholiker zutreffen würde.

Aber du hast mich ja jetzt aufgeklärt


Naja...so ist das manchmal mit den Begrifflichkeiten


Schönes Wochenende wünscht
Freddy

Achternbusch
Beiträge:

23.03.2013 19:53
#36 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Hallo @all,

ich setz dann mal ganz vorsichtig meinen Fuß in die Tür und sag Hallo.
Die Diskussion über lebenslange Krankheit ist zwar nicht neu, aber hier wird sie sozusagen „Barrierefrei“ geführt.

Recovery dürfte man dann durchaus mal vorstellen. Der Begriff wurde bisher noch nicht verwendet. Wem das für den Anfang noch zu hoch gegriffen erscheint, dem biete ich einen anderen Begriff an: Rekuperation. Beide Begriffe werden unterschiedlich diskutiert, in anderen Ländern ist man weiter. Die Schweiz bietet jährlich einen Recovery-Kongress an, Neuseeland, Kanada, USA sowieso.

Das ist für herkömmliche Denkmuster schier unbegreiflich, wirft im Prinzip alles über den Haufen. 95% der Ressourcen in der weltweiten Suchforschung werden in USA und Kanada erbracht. China kommt seit 2005 hinzu, bleiben für Europa grade mal 5% übrig. Das sollte zu denken geben, @Spieler hatte es schon angesprochen, was machen eigentlich Alkis in anderen Ländern?

Negativbeispiel Russland, wen wunderts, macht nix ausser jetzt den Wodka (Wässerchen) ein bisschen teurer. Das führt zu noch mehr Schwarzbrennerei und entsprechenden Methylalkoholvergiftungen. Forschungsaufwand = Null. Das war schon mal anders, bereits 1986 hatten Krupitsky et al. die suchtunterdrückende Wirkung eines Medikaments entdeckt und die Ergebnisse publiziert. Das Medikament führt 10 Jahre später nach Italien und nochmal 10 Jahre danach hat es ein französischer Kardiologe entdeckt.

Währenddessen wurde in Deutschland das Abstinenzparadigma betoniert. Geforscht wurde nicht. Jetzt kommt Karl Mann aus Mannheim und sprengt es einfach. Übrigens der einzige deutsche Suchtforscher von internationalem Rang. Gleich vorweg, ich mag den Mann trotzdem nicht, aber das ist eine andere Geschichte . Schauen wir erst mal weiter nach Frankreich. 60.000 Menschen sollen nach Berechnungen der Arzneimittelsicherheitskommission derzeit mit Baclofen behandelt werden. Derzeit laufen parallel 2 randomisierte, placebokontrollierte Studien.

Holland, traditionell für Drogen offen und tolerant. Akoholismus ist dort anscheinend ein Randproblem. Versklaaving nennt man dort Abhängigkeit aber immerhin auch dort läuft gerade eine Studie. Bleibt noch England, das Land in dem Prof. David Nutt als oberster Berater der Labour-Regierung gefeuert wurde. Er hatte es gewagt Alkohol in der Liste der gefährlichsten und schädlichsten Drogen auf Platz 5 zu setzen, gleich nach Heroin und Koks. Jonathan Chick, der Herausgeber der weltweit angesehensten Fachzeitschrift für Alkoholismus nahm dies zum Anlass, ihn zum Mitherausgeber von Alcohol & Alcolism zu machen. Bravo.

Verlassen wir Europa und werfen wir einen Blick nach USA und Kanada. Längst haben in diesen Ländern interdisziplinäre Suchtforschungsprojekte Aufsehen erregt. Sucht scheint immer mehr eine soziologische, psychiatrische und philosophische Komponente zu beinhalten. Resultierend daraus entwickelte man in den letzten Jahren neue Behandlungsansätze die im Vergleich zu Europa revolutionär erscheinen. Recovery ist möglich.

Das kann natürlich nur ermöglicht werden wenn sich alte Denkmuster verändern, wer im Grunde seines Herzens glaubt für immer krank bleiben zu müssen, kann nie gesund werden. Im Laufe der letzten 100 Jahre haben sich viele einst als „unheilbar“ geltende Krankheiten, als heilbar herausgestellt. Es handelt sich dabei nicht nur um körperliche sondern auch um psychiatrische Erkrankungen wie am Beispiel Schizophrenie deutlich wird. Keine Rede mehr von Unheilbarkeit, schwer zu behandeln und auch mit Rückfällen ist zu rechnen, Ja.

Nun ist nicht jede Krankheit medikamentös behandel- bzw. heilbar oder in den Griff zu kriegen. In der Psychotherapie hat sich in 50 Jahren ebenfalls ein Wandel vollzogen. Verhaltenstherapie gilt zwar nach wie vor als bestens dokumentiert aber der Systemische Ansatz ist weltweit auf dem Vormarsch. Ausgehend von der Annahme, dass jeder Mensch über ausreichende Ressourcen verfügt, die es zu wecken und zu fördern gilt, hat diese Methode einen unschätzbaren Vorteil. Der Patient findet selbst die interindividuell für ihn geeigneten Lösungen. Und was selbst gefunden wurde, ist allemal wertvoller als übergestülpte Verhaltensänderungen.

Damit zurück zur Sucht-Selbst-Hilfe die ich immer auch als Weg zum Selbst-Bewusst-Sein verstanden habe. Denn eines weiß glaube ich jeder hier, es sind nie die selbstbewussten Menschen die abhängig werden, es sind fast ausschließlich Menschen denen das Selbstbewusstsein abhanden gekommen ist oder das nie in ausreichendem Maß vorhanden war.

Ich freue mich auf regen Austausch und kontroverse Diskussionen.

Herbert

[ Editiert von Achternbusch am 23.03.13 19:57 ]

[ Editiert von Achternbusch am 23.03.13 19:59 ]

[ Editiert von Achternbusch am 23.03.13 20:03 ]

[ Editiert von Achternbusch am 23.03.13 20:05 ]

Blumentopferde Offline




Beiträge: 188

23.03.2013 21:50
#37 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Guten Abend. Ich stehe auf Wiederherstellung (recovery)

Wiederherstellung braucht Hoffnung. Da haben wir ja schonmal was richtig gemacht. Ne schicke Maslowpyramide brauschs dazu auch. Und wenn ich das tatsächlich richtig verstehe, braucht es unterstützende Menschen, die auch an die Wiederherstellung des Hilfebedürftigen glauben, selbst wenn es Betroffene sind- Was für die SHGs spricht, besonders gegen Coabhängigkeit und hin zum Mehrwert !

Selbstbestimmung trotz eigener Vorurteile mit dem Schlagworti Distress, sowas ist mir gänzlich neu, aber gibt mir wiederum Hoffnung. Ich frage mich nämlich akut, ob ich mich Distress einfach entziehen soll, obwohl es mich immer wieder neu zieht !

Coping kann man lernen um in den Flow zu kommen, was ein unheimlich geiles Gefühl sein kann ! Doch Bewältigungsstrategien, wie könne die ausserdem aussehen, Medis, SHG , Psychotherapie - - -

Trauerarbeit und Loslassen können, abwickeln lernen als Neuanfang für Mich !

Bis es wieder oder erstmals einen Sinn ergibt, ok?!

Ich hoffe da kollidieren hier im Forum keine Philosophien, Religionen, Politiken, Leitbilder

Denn sonst würde ich Recovery noch durch Toleranz ergänzen wollen, aber das ist Clic ja !

Da steckt ganz schön was drin !! Geil ich schreib später mal weiter

[ Editiert von Blumentopferde am 23.03.13 22:42 ]

Sec
Beiträge:

24.03.2013 07:54
#38 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Guten Morgen,

sehr interessant. Und für mich sehr neu und mit viel Potenzial auch für unsere Gruppenarbeit. Wenn ich es richtig verstehe, dann geht es bei Recovery um die Wiederherstellung, also einen "gesunden" Zustand zu erreichen, wie er vor der Abhängigkeit existierte. Und bei Rekuperation eher darum, die "schlummernden" Fähigkeiten,die ja auch während der Trinkphase vorhanden sind, zu wecken.
Bedeutet das, dass über Rekuperation letztendlich Recovery möglich sein sollte? Und Recovery wäre dann die Königsdisziplin?
Und wenn ich das auf uns als Selbsthilfeverein ummünze und versuchen werde, das in unsere Arbeit einzubinden, dann erscheint mir Rekuperation als der machbarere Weg, weil schneller umsetzbar und auch "verkaufbar"? Oder habe ich hier einen Denkfehler?
Auf jeden Fall setzt hier jede Veränderung erst einmal eine intensivere, aber auch kritische Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten voraus.

Was mich sehr interessieren würde, wäre, wie laufen denn in anderen Ländern Therapien ab. Gibt es die überhaupt? Und wie sieht es mit Selbsthilfegruppen aus? Und wie positionieren sich z.B. die AAs in ihrem Stammland USA bezüglich der Suchtforschung? Beharren die da genauso auf ihrem Standpunkt von 1935 wie hier oder öffnet man sich da schon neuen Erkenntnissen und Gedankengut?

Und was ist mit den Südeuropäern und den Skandinaviern und dem ganzen Ostblock?
Weia, viele Fragen.

tallymann1 Offline




Beiträge: 462

24.03.2013 18:19
#39 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Zitat
Gepostet von Sec


Was mich sehr interessieren würde, wäre, wie laufen denn in anderen Ländern Therapien ab. Gibt es die überhaupt? Und wie sieht es mit Selbsthilfegruppen aus? Und wie positionieren sich z.B. die AAs in ihrem Stammland USA bezüglich der Suchtforschung? Beharren die da genauso auf ihrem Standpunkt von 1935 wie hier oder öffnet man sich da schon neuen Erkenntnissen und Gedankengut?

Und was ist mit den Südeuropäern und den Skandinaviern und dem ganzen Ostblock?
Weia, viele Fragen.[/b]



Wenn ich mir so die AA-Seite der USA anschaue, besonders die "Time-line", sieht so aus, das dort genau so nach den Grundlagen und Vorgaben von 1935 weiter verfahren wird. Keine Spur von Veränderungen oder mal über den Tellerrand schauen! AA USA

Blumentopferde Offline




Beiträge: 188

24.03.2013 20:35
#40 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

also seit 1935 wird schon recovert.

Wenn die Rekuperation den Zugang zu den angelegten Fähigkeiten zur Bewältigung nach LZT bezweckt, ähnelt dies der Wiedergesundung. Recovery ist ein persönlicher Prozess . Beides steht im Gegensatz zur Rehabilitation. Die Einsetzung in die vorherige Leistungsfähigkeit, ohne die Berücksichtigung der Selbstbewältigungsstrategien.

Bammm , zuerst mal ? Der Zugang zu den angelegten Fähigkeiten , kann ja auch eine Verbesserung sein, bzw. ein Mehrwert--- ist aber durch eine Institution ausgelöst

Recovery löst sich aber von professionellen Institutionen! ist mit Freunden, zur Familie und zur Gemeinschaft breiter angelegt und von langfristiger Dauer.

Ich möchte mal behaupten, dass ich unbewusst recovert habe und professionell rekuperiert wurde. Jetzt bin ich gesund, nutze erlernte Bewältigungsstrategien und propagiere KT hin zur Erkenntnis. Nur eine Substitution (ethisch) macht für mich Sinn, weil ich mich so mit anderen Austauschen kann, die während des Recovery-Prozesses auf ähnliche Schwierigkeiten gestoßen sind.

Dankeschön

[ Editiert von Blumentopferde am 24.03.13 22:10 ]

Blumentopferde Offline




Beiträge: 188

26.03.2013 18:28
#41 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Guten Abend Achternbusch,


darf ich mal fragen warum Du Herrn Karl Mann nicht magst? Erzähle doch mal die andere Geschichte bitte.

@ Jörg würde mich bitte interessieren was für einen Ansatz für Rekuperation Du für Deine Gruppe siehst...

@ Tallymann , ob das nicht der Taliban-Abstinenzler ist? Danke für den AA link , Recovery seit 1935

@ Uwe schönen Abend !

@ Freddy, was sagst Du zu diesem Ansturm??

@ Ingrid : gefällt Dir unsere Forumskultur noch?

@ Michael Liebe Grüße

@ Olli : wie gehts?

Schönen Abend

Blume

[ Editiert von Blumentopferde am 26.03.13 18:31 ]

Co-Administration Offline




Beiträge: 2.062

26.03.2013 21:13
#42 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Hallo Blume, durchaus, warum fragst Du?

Viele Grüße
Ingrid

Blumentopferde Offline




Beiträge: 188

03.04.2013 01:49
#43 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Guten Tag , wo waren wir stehengeblieben?

Zitat
Hallo @all,

ich setz dann mal ganz vorsichtig meinen Fuß in die Tür und sag Hallo.
Die Diskussion über lebenslange Krankheit ist zwar nicht neu, aber hier wird sie sozusagen „Barrierefrei“ geführt.

Recovery dürfte man dann durchaus mal vorstellen. Der Begriff wurde bisher noch nicht verwendet. Wem das für den Anfang noch zu hoch gegriffen erscheint, dem biete ich einen anderen Begriff an: Rekuperation. Beide Begriffe werden unterschiedlich diskutiert, in anderen Ländern ist man weiter. Die Schweiz bietet jährlich einen Recovery-Kongress an, Neuseeland, Kanada, USA sowieso.

Das ist für herkömmliche Denkmuster schier unbegreiflich, wirft im Prinzip alles über den Haufen. 95% der Ressourcen in der weltweiten Suchforschung werden in USA und Kanada erbracht. China kommt seit 2005 hinzu, bleiben für Europa grade mal 5% übrig. Das sollte zu denken geben, @Spieler hatte es schon angesprochen, was machen eigentlich Alkis in anderen Ländern?

Negativbeispiel Russland, wen wunderts, macht nix ausser jetzt den Wodka (Wässerchen) ein bisschen teurer. Das führt zu noch mehr Schwarzbrennerei und entsprechenden Methylalkoholvergiftungen. Forschungsaufwand = Null. Das war schon mal anders, bereits 1986 hatten Krupitsky et al. die suchtunterdrückende Wirkung eines Medikaments entdeckt und die Ergebnisse publiziert. Das Medikament führt 10 Jahre später nach Italien und nochmal 10 Jahre danach hat es ein französischer Kardiologe entdeckt.

Währenddessen wurde in Deutschland das Abstinenzparadigma betoniert. Geforscht wurde nicht. Jetzt kommt Karl Mann aus Mannheim und sprengt es einfach. Übrigens der einzige deutsche Suchtforscher von internationalem Rang. Gleich vorweg, ich mag den Mann trotzdem nicht, aber das ist eine andere Geschichte . Schauen wir erst mal weiter nach Frankreich. 60.000 Menschen sollen nach Berechnungen der Arzneimittelsicherheitskommission derzeit mit Baclofen behandelt werden. Derzeit laufen parallel 2 randomisierte, placebokontrollierte Studien.

Holland, traditionell für Drogen offen und tolerant. Akoholismus ist dort anscheinend ein Randproblem. Versklaaving nennt man dort Abhängigkeit aber immerhin auch dort läuft gerade eine Studie. Bleibt noch England, das Land in dem Prof. David Nutt als oberster Berater der Labour-Regierung gefeuert wurde. Er hatte es gewagt Alkohol in der Liste der gefährlichsten und schädlichsten Drogen auf Platz 5 zu setzen, gleich nach Heroin und Koks. Jonathan Chick, der Herausgeber der weltweit angesehensten Fachzeitschrift für Alkoholismus nahm dies zum Anlass, ihn zum Mitherausgeber von Alcohol & Alcolism zu machen. Bravo.

Verlassen wir Europa und werfen wir einen Blick nach USA und Kanada. Längst haben in diesen Ländern interdisziplinäre Suchtforschungsprojekte Aufsehen erregt. Sucht scheint immer mehr eine soziologische, psychiatrische und philosophische Komponente zu beinhalten. Resultierend daraus entwickelte man in den letzten Jahren neue Behandlungsansätze die im Vergleich zu Europa revolutionär erscheinen. Recovery ist möglich.

Das kann natürlich nur ermöglicht werden wenn sich alte Denkmuster verändern, wer im Grunde seines Herzens glaubt für immer krank bleiben zu müssen, kann nie gesund werden. Im Laufe der letzten 100 Jahre haben sich viele einst als „unheilbar“ geltende Krankheiten, als heilbar herausgestellt. Es handelt sich dabei nicht nur um körperliche sondern auch um psychiatrische Erkrankungen wie am Beispiel Schizophrenie deutlich wird. Keine Rede mehr von Unheilbarkeit, schwer zu behandeln und auch mit Rückfällen ist zu rechnen, Ja.

Nun ist nicht jede Krankheit medikamentös behandel- bzw. heilbar oder in den Griff zu kriegen. In der Psychotherapie hat sich in 50 Jahren ebenfalls ein Wandel vollzogen. Verhaltenstherapie gilt zwar nach wie vor als bestens dokumentiert aber der Systemische Ansatz ist weltweit auf dem Vormarsch. Ausgehend von der Annahme, dass jeder Mensch über ausreichende Ressourcen verfügt, die es zu wecken und zu fördern gilt, hat diese Methode einen unschätzbaren Vorteil. Der Patient findet selbst die interindividuell für ihn geeigneten Lösungen. Und was selbst gefunden wurde, ist allemal wertvoller als übergestülpte Verhaltensänderungen.

Damit zurück zur Sucht-Selbst-Hilfe die ich immer auch als Weg zum Selbst-Bewusst-Sein verstanden habe. Denn eines weiß glaube ich jeder hier, es sind nie die selbstbewussten Menschen die abhängig werden, es sind fast ausschließlich Menschen denen das Selbstbewusstsein abhanden gekommen ist oder das nie in ausreichendem Maß vorhanden war.

Ich freue mich auf regen Austausch und kontroverse Diskussionen.



Blume !

dann mal los

CliC Lübeck Offline




Beiträge: 1.852

03.04.2013 15:45
#44 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Jo..Blume....

..das Abstinenzparadigma wird ja nicht weggesprengt....

Man wird sehen, was das Medikament bringt..

und die Diskussionen sind ja schon voll Im Gange..

Das neue Medikament (===> CliC hier soll ja nur bei "einigen" die Trinkgewohnheiten/Konsummuster ändern..

Im Prinzip ist alles willkommen, was eine Abhängigen vor dem Weitersaufen und damit letzendlich vor dem Tod bewahrt.

Aber auch Mann spricht indem von mir verlinktem Artikel von Abstinenz.

Und um diese zufrieden, entspannt, gut drauf, selbstbewusst, neugierig, kraftvoll aber auch lernend zu erLEBEN, den Verzicht auf Suchtmittel und die gefakten Kicks als Gewinn zu erleben, bedarf es Veränderung(en).

Diese Veränderungen setzen ein, sobald man das jeweilige Suchtmittel nicht mehr konsumiert......Und man dafür bereit ist...

Hier trägt eine Gruppe "ehemaliger" viel zum gelingen bei..

und da sind wir bei :

Zitat
Damit zurück zur Sucht-Selbst-Hilfe die ich immer auch als Weg zum Selbst-Bewusst-Sein verstanden habe.



Gewisse Verhaltensweisen und Denkstrukturen, die sowohl suchtmittelbedingt, als auch gelernt und nie hinterfragt wurden, werden meist im Laufe der Abstinenz geändert, verbessert oder ganz abgelegt und es kann sich so eine echte Persönlichkeit heraus schälen..ohne chemische Krücken. Echt und authentisch

Und das ist das eigentlich spannende am "Weg"...

Die Suchtforschung an sich von Neurologen, Psychologen, Hirnforschern, Genetikern und anderen können evtl. eine Disposition für körperliche Abhängigkeit erkennen, eine Prävalenz von bestimmten "Typen" die Suchtmittel konsumieren..

z.B die "Sensation Seeker" ===> CliC hier für näheres

oder anders feststellen, z.B das Vorhandensein von best. Leberenzymen oder ähnliches.

Der Weg scheint hier zu sein, über die Entstehung der Sucht, an die "Heilung" zu kommen, wobei ich die Neugier der Forscher höher einschätze, als den altruistischen Teil dieser Arbeit..

Selbsthilfegruppen sind gefordert, aktuelle Erkenntnisse, Ergebnisse,neue Therapieansätze, als auch unkonventionelles Ideen( öffentl.Trinkräume), sowie geändertes Konsumverhalten und gesellschaftliche Entwicklungen in ihre Arbeit mit einzugliedern.


Bei CliC mache wir das auch!!

Blumentopferde Offline




Beiträge: 188

18.05.2013 23:33
#45 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Guten Abend Clic,

der Austausch hier im öffentlichen Teil des Forums, ist für mich ein echter Gewinn und es fehlt mir Eure Fortführung.

Tatsächlich gibt es seit über 50 Jahren die Erfahrung der AAs.
Doch gerade "The American Institute of Medicine" habe bereits 1990 verdeutlicht, es sollen mehr Angebote entstehen.

Und in aller Freundschaft, die Ergebnisse sind ein Armutszeugnis für die ganze Arbeit die in diesem Bereich steckt, wie ich finde. Und das bei einer Krankheit die soviel psychosoziale Auswirkungen hat!?
Die ICD Einteilung wird durch die geplante fünfte Auflage des von der American Psychiatric Association herausgegebenen Klassifizierung abgelöst. Die Therapien werden light angeboten.

alles wird immer schneller.... it is time for slowing down a little , und das darf auch gerne Mal : Es ist Zeit für Revolution heissen... meiner Meinung nach brauchen wir "junge Leitbilder" mit alten Lehrmeistern.

Seit 1968 diese Krankheit anerkannt wurde, zielt Rehabilitation, sinngemäss auf die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit ab. Doch in der neuen Klassifizierung taucht Burn Out, noch immer nicht als Diagnose auf.
Es gibt gute Gründe für Selbsthilfe in Internetforen, wir haben nämlich kleine Zeitfenster!

Diskussion über die aktuellen Geschehnisse der Suchtarbeit regen zum Denken an. So auch der Denkanstoss des "gesund" werdens !!! Das Problem ist nämlich nicht nur zu wissen, was man seinem Körper antut, sondern Selbstbewusstsein zu gewinnen und einen Mehrwert zu gewinnen. Das muss weggehn wie warme Semmeln !
Da muss man was bieten, Frezeit, Erlebnisse schaffen, sowas hat bisher nur Clic im Angebot? " Doch wie sieht Fundraising (engl.), Mittelakquisition bzw. Mittelbeschaffung ist die systematische Analyse, Planung, Durchführung und Kontrolle sämtlicher Aktivitäten" --dazu aus???
--> darf man sagen, obwohl der Staat Milliarden in die Kriminalitätsbekämpfung steckt, anstatt in die Therapien und Prävention, bzw. Mittel für SHGs. ist der Kampf trotz Kriminalisierung verloren!!! Es fehlen die Finanzen. So ein Scheißdreck, das darf man doch mal sagen dürfen!

also moderat trinken, konditionieren, positive Erfahrungen schaffen, negative und durch... ich kann Probleme lösen, ersetzen D.h heisst auch systemische Ansätze nutzen, warum nicht auch auf Rezept substituieren? Denn manchmal ist der Zug für immer abgefahren und dann kannste wenigstens noch arbeiten gehen!!!! und nur deswegen wird ja rehabilitiert. So funktioniert "soziales Netz"

Ich konnte klare Positionen zwischen traditioneller Einsicht und kommunikativen Neuerungen lesen. Beschäftigt Euch doch weiter damit. Gibt es einen Konsens? Denn schliesslich sind die Erfolge in diesen Bereichen einfach zu Bescheiden und das Problem zu verwurzelt und komplex.

Das ist nichts Neues meine Herren. wie gesagt "bereits 1990 wurde vom American Insitute of Medicine eine Studie veröffentlicht und deutlich gemacht, dass eine einzige Behandlungsform und Selbsthilfeorganisation nicht den Anspruch erheben kann, für alle Problemtrinker und Abhängigen gleichermassen effektiv zu sein und das eine größere Vielfalt angestrebt werden sollte." Doch leider gehen wunderbare Ansätze hier im Forum zwischen Geburtstagsgrüßen und Kochabenden verloren. Und wenn ich google finde ich Clic erst garnicht !
I-Net Auszug: (Eingabe Clic)
CLIC Hamburg : Clic Inneneinrichtung in Hamburg Herzlich ...
www.clic.de/‎
Clic Inneneinrichtung GmbH Hamburg bietet exklusives Wohndesign, italienische Marken wie Cassina, B&B Italia, Minotti u.a. Unsere Planung kann auf ...
Produkte - Kontakt - Impressum - CLIC Hamburg : Clic über sich
Center for leading innovation and cooperation: CLICresearch
clicresearch.org/‎
Center for Leading Innovation & Cooperation (CLIC) @ Leipzig Graduate School of Management (HHL) - focused on Open Innovation, Service Innovation and ...
CLIC Sprachendienst Wolf & Partner
www.clic-sprachendienst.de/‎
Clic. Speyerer Str. 4 80804 München Germany Tel.: +49(0)89 36101614. Fax: +49(0)89 36101615. Kontakt.
CLIC Homepage
clic-study.web.cern.ch/‎Diese Seite übersetzen
The Compact Linear Collider (CLIC) Study is a site independent feasibility study aiming at the development of a realistic technology at an affordable cost for an ...

Ich habe erst 2008 begonnen zu hinterfragen und kann vergleichsweise jährlich an unterschiedlichen Eckpunkten in meinem Leben feststellen, was es bewirkt hat. Das macht mich sehr zufrieden. Danke an die Selbsthilfegruppe "Clic", Freudenholm-Ruhleben, der Uniklinik Lübeck und last but not least Herrn Teschke, Chapeau!

Die USA ist Europa bei der Ausprägung und Behandlung von Suchtphänomenen 10 bis 20 Jahre voraus. Kann eine freie SHG das aufholen? Kann das Abstinenzparadigma dies gewährleisten? California Dreams Herr Schwarzenegger !Q!

Fingolfin1
Beiträge:

19.05.2013 08:11
#46 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Guten Morgen Blume !!!

Deine wunderbare Ungeduld in allen Ehren – auch mir geht manches bei CliC nicht schnell genug – aber was soll eine gute Handvoll Leute (ein Großteil hauptberuflich anders eingespannt) alles leisten ??

Zur Veranschaulichung mal den Status Quo :

Drei Gruppenabende pro Woche, drei Klinikvorstellungen pro Monat (+ 1x pro Quartal Freudenholm). CliC- Kochen (1x monatlich) , CliC- Bowlen (unregelmäßig, nur wenn Zeit zur Organisation), CliC-Sport (wöchentlich), Strandferkel (jährlich, Teilnehmerzahl steigend), Forumspflege sowie Kontaktherstellung und – pflege zu Kliniken, Suchtberatungen, Betrieben, Verbänden und und und……

In fester Planung -und auch demnäxt startend, sobald gewisse Probleme/Schwierigkeiten ausgeräumt sind : Eine weitere Gruppe in einer Nachbargemeinde, eine Angehörigengruppe, eine weitere Vorstellung pro Monat in einer Entgiftung.

DAS alles leistet ein Team aus zehn Leuten, von denen einige auch noch sehr spezielle Aufgaben haben. Und zwar völlig unentgeltlich, im Gegenteil, wir vergurken unseren privaten Sprit bei diesem Vergnügen oder legen noch Bargeld drauf, wenn – wie in einem Fall tatsächlich notwendig- eine Ersatzarbeitskraft bezahlt werden muss, um Termine wahr zu nehmen.

Mein – ansonsten unerschütterlicher – Altruismus gerät aber bedenklich ins Wanken, wenn ich dann ein wirklich langjähriges Gruppenmitglied frage, wie es mit einer Vereinsmitgliedschaft ( 5€ pro Monat/ 60€ pro Jahr) aussehe, und die Antwort schlicht lautet : „Und was hab´ ich davon“ ???

Oder wenn wir gebeten werden, angesichts des positiven Feedbacks doch noch zwölf weitere Termine( plus weitere Veranstaltungen) im Jahr in einer nicht gerade nahe gelegenen Klinik zu zusagen, auf die Frage, wie es mit einer Fahrkostenerstattung aussehe aber angesehen und behandelt werden, als hätten wir die Blasphemie gerade neu erfunden.

Ich bin – wie auch Du weißt, lieber Roy – immer für einfallsreiche, fruchtbare und vor allem auch wichtige Diskussionen zum Thema Sucht zu haben und zu begeistern, aber oftmals fehlt mir ganz einfach die Zeit, und- insbesondere zuletzt- auch einfach die Kraft.


Gruss nach Nordheim-Vandalen

Michael


p.S.: Weil ich aber ein zähes, kleines Kerlchen bin, fliege ich näxten Monat auf Deutschlands größte Insel und pflege dort erneut unseren einzigen internationalen Kontakt (mit Udo) : http://suchthilfe-mallorca.de/

p.S.2: ... und in zwanzig, dreißig Jahren bekomme ich diese vierzehntäge Kontaktpflege auch vom premier superior executive presindent der worldwide international CliC foundation, Uwe K.
bezahlt, weil sowohl die Bill-Gates als auch die Bob-Geldorf- Stiftung jedes Jahr eine satte Milliarde US-$ für unsere herausragende Suchtarbeit spenden...

Sec
Beiträge:

19.05.2013 08:58
#47 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Zitat
Mein – ansonsten unerschütterlicher – Altruismus gerät aber bedenklich ins Wanken, wenn ich dann ein wirklich langjähriges Gruppenmitglied frage, wie es mit einer Vereinsmitgliedschaft ( 5€ pro Monat/ 60€ pro Jahr) aussehe, und die Antwort schlicht lautet : „Und was hab´ ich davon“ http://up.picr.de/12956818bn.gif ???



das glaube ich dir gern. Ich merke gerade, wie mich das unglaublich wütend macht. Das sind diese Schmarotzer, die ich überhaupt nicht abkann und von denen ich unsere Arbeit unheimlich herabgesetzt sehe.

Würde mich mal interessieren,Michael,wie du damit umgegangen bist und allgemein auch, wie wir uns da zukünftig verhalten wollen?

Bei der Gelegenheit möchte ich auch mal anmerken, dass wir zukünftig unsere Mitgliedschaften attraktiver verkaufen können.
Ich habe mit der SPK telefoniert und es besteht die Möglichkeit über eine Sammeleinzugsmitgliedschaft künftig auch Mitgleidsbeiträge von 1,2,3 oder was auch immer für Beiträge zu erheben, ohne das uns die Buchungsgebühren auffressen.
Uwe wird dazu auf der JHV noch mehr sagen.
Auf jeden Fall kostet die Sammeleinzugsgeschichte uns pro Sammeleinzug nur 17 Cent.

Blumentopferde Offline




Beiträge: 188

19.05.2013 09:36
#48 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Habe ernsthaft darüber nachgedacht bei meiner Bank einen Dauerauftrag einzurichten ! Verwendungszweck Mitgliedschaft + Nachname

Ich kann diese Vorgehensweise nur empfehlen

Danke Clic

Fingolfin1
Beiträge:

19.05.2013 10:19
#49 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Zitat
Gepostet von Sec

Würde mich mal interessieren,Michael,wie du damit umgegangen bist und allgemein auch, wie wir uns da zukünftig verhalten wollen?




Ich war zunächst- was auch nicht so häufig vorkommt – sprachlos.

Die kalte Wut angesichts dieser Äußerung kam- wie es oft so ist - erst später.

Ich kann Dir aber versichern, dass ich in meiner näxten Moderation unmissverständlich in der mir eigenen freundlichen, süßlichen Art deutlich machen werde, was ich von solch einer Antwort halte.

Abgesehen davon, dass ein Alki pro Monat hunderte, pro Jahr tausende Euros bedenkenlos für seine Sucht übrig hat, nicht unterstellend, CliC hätte auch nur eine Winzigkeit zur mehrjährigen Abstinenz einiger beigetragen, werde ich trotzdem mal einige Diskrepanzen ansprechen :

Das die o.g. Termine zu 30-50% von einem CliC-Moderator, der von Hartz IV lebt wahr genommen werden, der zu jedem Termin einzuspringen bereit ist. Der nachts um drei Uhr zur Krisenintervention fährt, Leute in die Entgiftung bringt, für alles und jeden immer da ist und dafür aus dem CliC- Etat für seinen Aufwand auch noch nie nur einen Cent bekommen hat. Aber x-hunderte Kilometer im Jahr dafür aus eigener Tasche bezahlt.

Das bei uns jeden Briefmarke, jede Druckerpatrone , jedes winzigste Fitzelchen im Kassenbuch ausgebucht wird, und der sagenhafte Monatsbeitrag von fünf Euro auch nicht der Anschaffung einer Maybach-Limousine dient, bestenfalls in einem neuen Volleyball mündet.

Dass diesen Dauerkonsumenten unserer Arbeit vielleicht ein bischen deutlicher wird, was alles von Nöten ist, bevor sie beim Kochen, Strandferkeln, Sport, an den Gruppenabenden Platz nehmen und sich wohl fühlen.
Die schon beleidigt gucken, wenn am Gruppenbeginn gefragt wird, wer heute abzuwaschen bereit ist.

Die aber gar nicht wissen wollen, was es heißt, an 156 Abenden im Jahr, bei Wind und Wetter, Heiligabend und Ostern immer einen Moderator an jedem Termin zu stellen.

Die nichts wissen- das ginge ja noch- und auch nichts wissen wollen- das geht dann eher weniger- von den Plänen, die wir haben, dem Aufwand, den wir dafür betreiben, dem täglichen Schriftwechsel, der dafür notwendig ist.

Dass Uwe´s Job zu 100% seinem und anderer Engagement entspringt, 0,000 europäische Cent dafür aus dem CliC-Etat stammt, zusammengebettelt und zeitlich begrenzt vorerst.

Dass die Nutznießer dieser Arbeit wohl all jene sind, denen fünf Euro im Monat aber astronomisch viel Geld erscheint.

Dass ich nach acht Stunden anstrengender Arbeit, bereits drei Stunden Team-Treff in den Knochen, mich gegen 22:00h schon manches Mal gefragt habe, wofür ich das alles überhaupt auf mich nehme.

Die Antwort kann nur sehr deutlich lauten : für solche Leute sicherlich nicht.

Ich bin persönlich mittlerweile in der glücklichen Lage, meinen Aufwand für CliC aus eigener Tasche zu bezahlen, meine Entlohnung, gelegentlich mal ein nettes Wort zu hören ( „ja CliC ist anders, besser“ oder „das hat aber heute Spaß gemacht“) hat mir bisher genügt.

Ob das so bleibt, muss sich zeigen.

Gruss

Michael

CliC Lübeck Offline




Beiträge: 1.852

19.05.2013 10:38
#50 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Zitat
Gepostet von Sec

Zitat
Mein – ansonsten unerschütterlicher – Altruismus gerät aber bedenklich ins Wanken, wenn ich dann ein wirklich langjähriges Gruppenmitglied frage, wie es mit einer Vereinsmitgliedschaft ( 5€ pro Monat/ 60€ pro Jahr) aussehe, und die Antwort schlicht lautet : „Und was hab´ ich davon“ http://up.picr.de/12956818bn.gif ???



das glaube ich dir gern. Ich merke gerade, wie mich das unglaublich wütend macht. Das sind diese Schmarotzer, die ich überhaupt nicht abkann und von denen ich unsere Arbeit unheimlich herabgesetzt sehe.




Jörg, ich glaube, dass sich die User einfach keine Gedanken gemacht haben WAS dahintersteckt, was sich aber durch Michael´s Beitrag...

hier verändern wird, Ist der Unmut auch verständlich....

so sollten wir hier nicht gleich mit der grossen Keule kommen..

denn sicherlich alle, werden nach der anschaulichen Darstellung eher betreten "gucken" ....JO!

So nach dem Motto: [b]"Da hab ich mir gar keine Gedanken drüber gemacht.."



LG Uwe

Seiten 1 | 2 | 3
Abschreckung »»
 Sprung  
CliC social media Streiflicht:

disconnected CliC Themen Chat Mitglieder Online 0
Besucht uns auch bei



Xobor Forum Software von Xobor