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Dieses Thema hat 56 Antworten
und wurde 2.192 mal aufgerufen
  
 CliC Diskussionen
Seiten 1 | 2 | 3
CliC Lübeck Offline




Beiträge: 1.899

18.03.2013 09:49
Lebenslange Krankheit Zitat · antworten

Die Abhängigkeit von Alkohol im akuten Zustand (psychisch/physchische Abhängigkeit) -ICD-10 Schlüssel ==> Hier CliCen zur Erklärung "F10.2"....

wird von niemanden bestritten, der mal selbst entzügig war oder starken Suchtdruck verspürt hat.

Von einigen Experten, auch in diversem Medizin - oder Alkiforen wird die "lebenslange Krankheit"
( DU BLEIBST DEIN LEBEN LANG ALKOHOLIKER )

mit einer pompösen Monstranz vor sich her getragen, dass andere Meinungen, Einschätzungen, Tatsachen nicht gelten.

Sakrosant! Nicht zu leugnen, fester Bestandteil der Sucht(selbst?)behandlung. Wer anderer Meinung ist, scheint nichts begriffen, leugnerisch, kurz vor dem Rückfall... er ist ein Ketzer und gefährlich...und muss - jedenfalls unterschwellig geäußert und hochschwellig gedacht - auch so behandelt werden.

Ist dem so? Sind wir alle ein Lebenlang krank??

Nach erfolgter Therapie, dem Erreichen der "zufriedenen Abstinenz" wenn der Nichtkonsum von Suchtmitteln Normalität geworden ist, ohne dass man gross drüber nachdenkt, ist man dann noch "abhängig und bleibt es auch???? Oder ändert sich dieses?

Wie jemand der wegen Nichtvertäglichkeit auf den Konsum bestimmter Lebensmittel verzichtet, ohne dabei ein großes Fass auf zumachen.

Wem nutzt dieser Opferstatus, der insbesondere von einigen Abstinenz - Taliban mit einer propagandistischen Aura versehen wird...

Und nutzt er überhaupt..

Schreckt es nicht Betroffene, die ihren Konsum kritisch hinterfragen und eine Abstinenzentscheidung in Erwägung ziehen , eher ab..?

Ich möchte nicht krank bleiben in meiner Entwicklung im abstinenten Leben, nicht betroffen, abhängig, krank, suchtkrank, behindert oder was an Beschreibungen noch so in den Vorstellungen rumgeistert...

Warum gibt es den "trockenen Alkoholiker" ??

Warum gibt es nicht den "nikotinabhängigen Nichtraucher" den immer noch "opiatabhängigen Nichtmehruser"

Gerade beim Zigarettenkonsum - und wer mal geraucht hat, weiß um den Suchtfaktor dieses Stoffes.. - würde die Aussage : "Ich bin nichtrauchender Nikotinabhängiger" nur zu Befremden und verständnislosem Kopfschütteln führen.

Wer seine Abstinenz und die damit verbundenen Veränderungen lebt, fühlt, merkt, der ist nicht krank, sondern lebt selbstbewusst und selbstkritisch sein Leben mit allen Höhen und Tiefen.

Das Ziel von Therapien, SHG - Besuchen usw. ist ja gerade das Gesundwerden!!

Wer krank bleiben möchte, kann das aber gerne tun und sich selbst dabei einiges verwehren. Oder einen Opferstatus pflegen....

Oder sich selbst bemitleiden.

Der von CliC propagierte Ansatz ist anders!

Salutogenese statt Pathogenese!

..und daß jemand der bei einer vormals bestandenen Abhängigkeitserkrankung, wieder krank wird, wenn er/sie das süchtig machende Mittel wieder einnimmt steht ja auf einem anderem Blatt. JO!


LG Uwe

Freddy K Offline




Beiträge: 15

18.03.2013 16:17
#2 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Hallo Uwe,

Zitat
..und daß jemand der bei einer vormals bestandenen Abhängigkeitserkrankung, wieder krank wird, wenn er/sie das süchtig machende Mittel wieder einnimmt steht ja auf einem anderem Blatt. JO!


LG Uwe



für mich steht das nicht auf einem ganz anderem Blatt.

"Eine "vormals" bestandene Abhänhängigkeit?" Hast du sie besiegt? Wann hast du die sie besiegt?



Zugegeben, ich fühle mich mit dieser "Krankheit" nur sehr, sehr bedingt eingeschränkt - so dass ich es in meinem Fall auch fast nicht als Krankheit bezeichen wollte.

Jede mittelschwere Erkältung würde mich mehr stören(deshalb reichts auch zum Selbstbemitleiden noch nicht ganz :tirili...


Aber: wenn mir in meiner SHG jemand einreden wollte: "ich sei gesund", dann wär das (glaub ich) keine so gute Idee.

In meiner Selbsthilfegruppe teilen gleichgesinnte ihre Probleme, finden Lösungen und bleiben nicht allein mit den Sachen, die ein Außenstehender sowieso nicht kapiert.

Das Ziel unserer Zusammenkunft ist die Bewältigung sozialer, persönlicher oder krankheitsbedingter Belastungen.



Gruß
Freddy

[ Editiert von Freddy K am 18.03.13 16:32 ]

Sec
Beiträge:

18.03.2013 17:16
#3 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Tatsache ist, dass der Diagnoseschlüssel für psychische Erkrankungen überarbeitet wird und es den guten, alten ICD-10 in seiner jetzigen Form nicht mehr geben wird.
Zukünftig wird nicht mehr zwischen Missbrauch und Abhängigkeit unterschieden, sondern unter dem neuen Oberbegriff Substanzgebrauchsstörung werden beide vereinheitlicht und in der Schwere der Ausprägungen unterschieden.DSM5.

Was das für die Therapieentscheidungen bedeutet, ist noch völlig offen, da die Versicherer ja ein gewaltiges Wörtchen mitzureden haben.
Ich persönlich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass es zukünftig eben noch strikter bei der Vergabe von positiven stationären Therapieentscheidungen zugehen wird, weil sicherlich von den Kostenträgern eine stationäre Therapie in den ersten Ausprägungsstufen als nicht notwendig erachtet wird. Vielleicht kriegen wir dann ja "Therapie light".
Wie auch immer, auf diese veränderte Situation müssen sich auch die Selbsthilfegruppen einstellen, denn zusätzlich wird mit dem neuen Medikament Nalmefen, ein durchaus positiv getestes Präparat auf den Markt kommen, dass im Zusammenhang mit "kontrolliertem Trinken" bemerkenswerte Ergebnisse zeitigte.
Ich bin ja mal gespannt, für wen denn alles der Traum vom " wieder Trinken können" in Erfüllung gehen wird.

Freddy K Offline




Beiträge: 15

18.03.2013 17:43
#4 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Zitat

Ich bin ja mal gespannt, für wen denn alles der Traum vom " wieder Trinken können" in Erfüllung gehen wird.







wohl wahr!

Wenns nicht so trauig wäre, könnte ich drüber lachen. Aber hey - was geht mich fremdes Elend an


Gruß
Freddy

CliC Lübeck Offline




Beiträge: 1.899

19.03.2013 08:41
#5 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Zitat
Gepostet von Freddy K




für mich steht das nicht auf einem ganz anderem Blatt.

"Eine "vormals" bestandene Abhänhängigkeit?" Hast du sie besiegt? Wann hast du die sie besiegt?[/quote]


Moin Freddy...

schönen dank für DEINE Einschätzung.

Meine Abhängigkeit von Alkohol hab ich nicht besiegt, sondern beendet...und zwar 2005. Seit dem bin ich nicht mehr abhängig. Ich habe seit dem keinerlei Entzugserscheinungen oder ähnliche Auffälligkeiten bemerkt, die eine noch bestehende Abhängigkeit medizinisch oder anders begründen würden.



Zitat
Gepostet von Freddy K
Aber: wenn mir in meiner SHG jemand einreden wollte: "ich sei gesund", dann wär das (glaub ich) keine so gute Idee.



Ich /Wir halten im Gegensatz das suggerieren von "Krank sein" für keine so gute Idee...Ich ganz persönlich halte sie für absurd.

Ist es nicht besser dem Gruppenbesuchern zu sagen:
"Hey...du warst krank, erinnest du dich an den Blues, an die Entzugserscheinungen, an die Lügen , an die Depressionen, an das Leid und den Schmutz?

Jetzt bist Du auf dem weg der Genesung, seh zu dass es so bleibt und sich noch verbessert. Fühle dass nüchterne Leben, die neuen, echten Emotionen, den wieder erstarkten Körper, Deinen wachen Geist, der nun nicht mehr vernebelt ist, fühle den Mehrwert, Deine Selbstachtung, deine Erfolge und auch das was noch nicht so klappt oder Dir schwer fällt.Fühle den Mehrwert den die Abstinenz nach einer Abhängigkeitserkrankung ergibt. SOOO fühlt sich gesund an und es wird noch besser...Und seh´ zu, dass Du nicht wieder krank wirst. Dabei können wir Dir eventuell helfen und Dich in Deiner ganz individuellen Art der Gesundung unterstützen
!
"

Mein Ziel ist die Umkehr der Doktrin "lebenslange Krankheit"!

Wem es hilft oder nützlich erscheint, der kann das so sehen und mit diesem System "arbeiten". Für Achtsamkeit oder Vorsicht...mit Demut oder Respekt...

Die allgemein anerkannte Lage sollte jedoch sein, dass nach einer bestanden Therapie oder einen anderen Art der Behandlung ein ansteigender Gesundheitsgrad erreicht wird.

Und dass man eben nicht eine Leben lang, krank, behindert, betroffen, süchtig oder was weiss ich bleibt..

Deshalb bin ICH abstinent geworden. Weil ich gesund werden wollte. Und das bin ich.

JETZT! JO!!

Auf die Frage, warum es keinen nikotinabhängigen Exraucher gibt..., hast du da eine Antwort für mich?

LG Uwe

Freddy K Offline




Beiträge: 15

19.03.2013 09:51
#6 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Hallo Uwe,

Zitat
Gepostet von CliC Lübeck


Auf die Frage, warum es keinen nikotinabhängigen Exraucher gibt..., hast du da eine Antwort für mich?

LG Uwe



die gibt es genauso wie trockene Alkoholiker. Die nennt man bloß nicht so.

Da gibt es m.E. nämlich den einen entscheidenden Unterschied.
Ein aktiver Raucher wird von der Gesellschaft nicht als kranker, asozialer, willensschwacher Sonderling abgestempelt - demzufolge als abstinenter Raucher auch nicht wie ein Exot behandelt, bei dem mit der Krankheit, und mit ihr die schlechten Eigenschaften jeden Augenblick wieder ausbrechen könnten - wenn sie denn überhaupt schon mal weg waren.

Ich wünschte, die Integration eines trockenen Alkis wäre in den Köpfen genauso problemlos wie beim Ex-Raucher.


Gruß
Freddy

Blumentopferde Offline




Beiträge: 188

19.03.2013 22:04
#7 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Guten Abend,

Mich beflügelt diese Umkehrung der Doktrin. Ich wurde gesund weil...

ich erfolgreich substituierte mit Clic (Substitution, steht In der Ethik für die Hilfe zur Selbsthilfe )

Ich wurde gesund weil ich - ,

Abwäge zwischen den Zielen "kontrolliertes Trinken" und "Abstinenz"
Quasi eine Empfehlungen für eine realistische kurzfristige und langfristige Zielfestlegung!
Wenn ich innerhalb meines Lebens mehrere Optionen mit hilfreichen Strategien entwickele zum Erreichen meines Zieles.
... wenn es noch so schwer ist Umgang mit nie verschwindenden Risikosituationen zu meistern,
Ich zum Konsum neige und weiss wie ich mir auch danach HELFE oder helfen lassen kann !!

Es würde mir sehr gefallen wenn mir in einer SHG jemand einreden würde ich sei wieder gesund, absolut positive Verstärkung!
Ich wäre krank wenn ich ein SHG-Angebot nicht nutzen würde !


Eine Veränderung in diesem Bereich ist überfällig und es wird noch dauern bis die Gesellschaft nachzieht!
Trocken sucks !!

Typen, die unbewusst weitermachen. Aber irgendwie auch nicht glücklich sind!!
Ich wünsche mir "nur" ,dass es irgendwann heisst, warum schaffen es nicht 100% , doch auch das ist
legitim! 1%er

Alkoholissmus wird also anders klassifiziert, kommt dann mehr auf die SHG´s zu?

Ich stelle mir gerade vor, dass fast jeder in Deutschland, so ungefär 90% bereits an Windpocken erkrankt war.
Nach einer Gesundung bleibt der Erreger ein Leben lang im Bereich der Lendenwirbelsäule eingelagert und
bricht erst unter bestimmten Voraussetzungen, Autoimmunschwäche aus, es folgt eine Gürtelrose.

Die Abhängigkeit von Alkohol im akuten Zustand folgt auch erst auf Schwäche !

Zitat: Uwe
Nach erfolgter Therapie, dem Erreichen der "zufriedenen Abstinenz" wenn der Nichtkonsum von Suchtmitteln Normalität geworden ist,
ohne dass man gross drüber nachdenkt, ist man dann noch "abhängig und bleibt es auch???? Oder ändert sich dieses?

Hey sogar Synapsen bilden sich zurück , bin kein Neurologe ? Aber Verhaltensweisen müssen geübt werden!! Notfallpläne konditioniert!

Zitat
"Hey...du warst krank, erinnest du dich an den Blues, an die Entzugserscheinungen, an die Lügen , an die Depressionen, an das Leid und den Schmutz? Jetzt bist Du auf dem weg der Genesung, seh zu dass es so bleibt und sich noch verbessert. Fühle dass nüchterne Leben, die neuen, echten Emotionen, den wieder erstarkten Körper, Deinen wachen Geist, der nun nicht mehr vernebelt ist, fühle den Mehrwert, Deine Selbstachtung, deine Erfolge und auch das was noch nicht so klappt oder Dir schwer fällt.Fühle den Mehrwert den die Abstinenz nach einer Abhängigkeitserkrankung ergibt. SOOO fühlt sich gesund an und es wird noch besser...Und seh´ zu, dass Du nicht wieder krank wirst. Dabei können wir Dir eventuell helfen und Dich in Deiner ganz individuellen Art der Gesundung unterstützen!

Fingolfin1
Beiträge:

21.03.2013 07:27
#8 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Jo, netter Gedankenanstoß, wie er in dieser Form latürnich nur von einem "Langzeittrockenen" kommen kann.

Alkoholabhängigkeit ist nicht heilbar.

In wie weit dies die/der Einzelne als lebenslange Krankheit empfindet, sein Leiden pflegt + hegt, sich im stillen Kämmerlein noch Jahre selbst bemitleidet, bleibt jedem selbst überlassen.

Es ist aber ein langer Weg gewesen, die Behandlungsmethoden, die heute zur Verfügung stehen durch Aufnahme in den ICD-10 so weit gesetzlich zu manifestieren, dass willensschwache, asoziale Elemente wie ich nicht mehr in Trinkerheilanstalten weg gesperrt werden.

Mir hat der Gedanke, einfach durch eigenes Verhalten (und damit Verschulden) krank geworden zu sein in der ersten Zeit über viele Gedankenfallen hinweg geholfen. Insbesondere über den immer wieder nach einiger Zeit aufkeimenden Geistesblitz, wenn ich aufhören könne zu saufen sei es mit meiner Abhängigkeit wohl nicht weit her und so könne ich ja auch mal "einen Tag wieder hin langen" .

Von daher hat mir der Gedanke krank zu sein- im Sinne, dass ich ganz allein dafür verantwortlich bin, ob und wann ich wieder zitternd, dünnschissgeplagt, mit sich langsam auflösender Bauchspeicheldrüse zur näxten Tanke krauche- schon mal ein ganzes Stück weit geholfen, meine Eigenverantwortlichkeit anzunehmen.

Die Denkfolge "ich darf nicht mehr saufen"==> "ich will nicht mehr saufen" ==> "ich brauche nicht mehr saufen" ==> "Alk spielt in meinem Leben keine Rolle mehr" konnte sich in meinem Fall entwickeln, weil sich in mit festgesetzt hatte, dass ich den Rubikon zur Abhängigkeit längst überschritten hatte.

Völlig richtig- und da bin ich wieder nahe bei Dir, Uwe - ist die Frage nach dem nachhaltigen Umgang mit und der Sakrosanz dieser Diagnose.

Wer seine Alkoholabhängigkeit allein als Behinderung (und es gibt ja bekanntlich einige Prozent Schwerbehinderung amtlich anerkannt, nä???:sly und damit Krankheit versteht, kann in meinen Augen mal gleich mit seinem Fön baden gehen.

Wer aber- wenn sie/er die überhaupt erlangt und vor allem stabil erhält- seine Abstinenz vom Alkohol nicht als selbige vom tobenden Leben begreift, seine (wieder-?)gewonnene Power einsetzt, um den Spaß im Leben wieder zu finden, braucht sich auch nicht als krank stigmatisieren ( zu lassen).

Ich finde aber den Begriff " vormals bestandene Abhängigkeitserkrankung" irreführend und -außer im eigenen Selbstverständnis- auch nicht hilfreich, wenn es um den Bereich der Suchthilfe geht.
Betrachtet frau die Rückfallquoten , Opferzahlen und das mit Alkohol verbundene Elend in dieser Gesellschaft, ist jeder Versuch der Verniedlichung absurd.

Dennoch gilt es, den Medizin-/Psycholgie- und Selbsthilfetaliban, die mit dem Stigma "lebenslänglich" auch meist noch gut verdienen, ein Banner entgegen zu halten, auf dem steht : " ES GEHT AUCH ANDERS ".

Und genau DAS tun wir ja auch.


Gruss

Michael

Freddy K Offline




Beiträge: 15

21.03.2013 10:11
#9 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Zitat
Gepostet von Fingolfin1


In wie weit dies die/der Einzelne als lebenslange Krankheit empfindet, sein Leiden pflegt + hegt, sich im stillen Kämmerlein noch Jahre selbst bemitleidet, bleibt jedem selbst überlassen.


Zitat
Gepostet von Fingolfin1
Wer seine Alkoholabhängigkeit allein als Behinderung (und es gibt ja bekanntlich einige Prozent Schwerbehinderung amtlich anerkannt, nä???:sly




Sorry Fingolfin, ich finde das schon etwas vermessen von dir!

Aus welchen meiner Worte schließt du diese Behauptungen?

Wenn du dich behindert gefühlt hast, bevor du das OK hattest, endlich wieder gesund zu sein - wenn du erst dadurch die Power einsetzt, um den Spaß im Leben wieder zu finden - tust du mir schon etwas leid!

Dann hast DU nämlich Zeit vergeudet




Nur weil ich (wie auch viele andere) - vielleicht aus Überzeugung, vielleicht aber auch aus Vorsicht - die Begrifflichkeit "Gesund" in diesem Zusammenhag meide, drückst du mir einen Stempel auf?!


Nochmal: Auch ich fühle mich weder eingeschränkt, noch behindert oder sonstwas!


Ich finde eure Ansicht OK. Jeder so wie er denkt, aber wo bleibt die so hoch angepriesene Toleranz?




Gruß
Freddy

Freddy K Offline




Beiträge: 15

21.03.2013 10:48
#10 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Nachtrag:

Dieses Denken ist übrigens nicht revolutionär. In unserer Gruppe waren schon einige, die sich ganz besonders gesund gefühlt haben.


Sogar so gesund, dass sie locker flockig ihre selbstauferlegten Präventionsmaßnahmen, sowie alle Warnungen in den Wind schlugen - dafür aber ein halbes Jahr später wieder totkrank in der knallharten Realität aufschlugen



Diese Beispiele haben MIR gezeigt, es nützt eben garnix, wenn man seine Krankheit einfach wegleugnet.

Gruß
Freddy

F10 2 Offline




Beiträge: 3.796

21.03.2013 11:38
#11 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Zitat
Gepostet von Freddy K


Nochmal: Auch ich fühle mich weder eingeschränkt, noch behindert oder sonstwas!





Gruß
Freddy[/b]



Hi Freddy...das mit der Behinderung ist ein CliC - Insider und definitiv nicht auf dich gemünzt...

Später mehr..

Freddy K Offline




Beiträge: 15

21.03.2013 12:30
#12 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Danke, Uwe....und ich dachte schon, ich gehöre auch zu den...

Zitat: "Einigen Prozent krankhaft behinderter Alkis, die bald mit dem Fön baden gehen werden"


Gruß
Freddy

ThomasClic Offline



Beiträge: 10

21.03.2013 17:40
#13 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Freddys erste Verärgerung über Michaels Wortwahl und seine aus meiner Sicht oft wirklich arrogant wirkende Art hier im Forum, die mit der messianischen Erleuchtung der Abstinenz alles gern niederbügelt, was nicht ins Schema passt, kann ich gut verstehen - übrigens, was daran "insidermäßig" sein soll verstehe ich nicht. Oder gibt es hier im CliC-Forum eine Zwei-Klassen-Gesellschaft - Insider und Outsider? Kann aber auch an meiner Blödheit, sorry: Behinderung natürlich, liegen. Differenziertes Denken und besonnenes Urteilen inklusive Wertschätzung des Andersdenkenden kann manchmal auch ein Gewinn sein. Das macht das Leben so herrlich kompliziert.

Im Übrigen finde ich Uwes Beitrag als Nachdenkanstoß sehr gut.

Thomas

Blumentopferde Offline




Beiträge: 188

21.03.2013 18:36
#14 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Also wenn ich Uwe richtig verstanden habe, spielt die Kommunikation einer lebenslangen Krankheit eine wichtige Rolle

--> Und so kommuniziert kickt es einfach viel geiler , so wie , ey wenn ich am Ball bleibe, werd ich wieder gesund.

Diese Idee entspringt dem Gedankengang eines Langzeittrockenen und kann uns Leuchtfeuer sein

Meiner Meinung nach gibt es,

Böse Vokabeln:

Restmöglichkeiten
Selbstbemitleiden
Behindert
trocken


Gute Vokabeln:

Mehrwert
abstinent , (Fremdwort?)
Clic
gesund


Hat was mit Validation zu tun

CliC Lübeck Offline




Beiträge: 1.899

21.03.2013 19:08
#15 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Zitat
Gepostet von ThomasClic
Freddys erste Verärgerung über Michaels Wortwahl und seine aus meiner Sicht oft wirklich arrogant wirkende Art hier im Forum, die mit der messianischen Erleuchtung der Abstinenz alles gern niederbügelt,



Ich hab das Posting eher ausgewogen gelesen, wo sowohl die Aspekte "krank" als auch gesund gewichtet werden..natürlich ganz persönlich.

Zitat
Gepostet von ThomasClic
- übrigens, was daran "insidermäßig" sein soll verstehe ich nicht. Oder gibt es hier im CliC-Forum eine Zwei-Klassen-Gesellschaft - Insider und Outsider?

Thomas



insidermässig indem ich gerade dabei bin nach langer Abstinenz und Gesund sein..

einen G(rad)d(er)B(ehinderung) zu bekommen. Das hat allein arbeitsrechtliche Hintergründe..

Freddy K Offline




Beiträge: 15

21.03.2013 20:13
#16 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Zitat
Gepostet von Blumentopferde
[b]
--> Und so kommuniziert kickt es einfach viel geiler , so wie , ey wenn ich am Ball bleibe, werd ich wieder gesund.




was klingt daran geiler? Die Hoffnung auf eine Gesundheit, die ja eigentlich schon erreicht ist?

Gut, dann rede ich mal Klartext!

Fakt ist: Die Erhaltung meiner Abstinenz ist ein lebenslanger Prozess, der mehr oder weniger gepflegt werden muss. Ich arbeite mal mehr, mal weniger, aber ständig an meiner Zufriedenheit.

Ich arbeite aber nicht auf einen Tag X (Gesundheit) hin. Ich kenne auch keinen der das tut. Diese "Gesundheit" ist Augenwischerei.



Tausche: "ey wenn ich am Ball bleibe, werd ich wieder gesund."
Gegen : "ey wenn ich am Ball bleibe, kann ich wieder trinken."


...und du schürst damit m.E. ausschließlich die Hoffnungen derer, die diesen Weg nicht bereit sind zu gehen - bzw., mit ihrer Abstinenz noch nicht einverstanden, geschweige denn zufrieden sind.


Die meisten Alkoholiker brauchen die Erfahrung des ein, oder mehrmaligen Scheiterns, bevor sie überhaupt erstmal begreifen, dass sie süchtig sind!

Wenn sie das (nach einem meist beschwerlichen Weg) dann endlich begriffen haben, müssen sie ihre Abstinenz akzeptieren lernen.

Dabei ist es völlig egal, ob sie das als gesund oder krank bezeichnen.


Gruß
Freddy

Blumentopferde Offline




Beiträge: 188

21.03.2013 20:13
#17 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Nachtrag: Danke Freddy

Sehr verständlich geschrieben

Uwe jammert auf sehr sehr hohem Niveau, das muss erlaubt sein, oder?

Es gibt rechtliche, populistische und medizinische Unterschiede. Und eben auch unumstössliche Dogmen für outsider (in diesem Fall Menschen die erst realisieren müssen, das eine Sucht vorherrscht)
und Insidern (Langzeitabstinenzlern wie Herrn Krimpe) [rein spekulativ]

Solangsam empfinde ich Dienstgrade für Abstinenzjahre garnicht so übel????



Also hat die Anerkennung von % atbeitsrechtliche Gründe.

Ist man/frau behindert, weil man kein Glas Sekt trinken kann, ohne immer wieder krank zu werden?
Oder ist man behindert weil wir mit Sicherheit irgend eine Disposition anderer Art haben, welche erst zu einer Sucht geführt hat ?!

Ist jemand der Spiegeltrinker war behinderter als jemand der noch nicht körperlich abhängig ist und weiter noch, etwaige Folgeschäden erlitten hat?

Da gibt es doch auch nur einen einzigen Prozentsatz !

unfair !

Zitat
was klingt daran geiler? Die Hoffnung auf eine Gesundheit, die ja eigentlich schon erreicht ist?



Augenwischerei und Motivation ist ein Himmelweiter Unterschied. Und dann gibt es noch die Substitution !

[ Editiert von Blumentopferde am 21.03.13 20:28 ]

[ Editiert von Blumentopferde am 21.03.13 20:36 ]

Zitat
...und du schürst damit m.E. ausschließlich die Hoffnungen derer, die diesen Weg nicht bereit sind zu gehen - bzw., mit ihrer Abstinenz noch nicht einverstanden, geschweige denn zufrieden sind.

und denke mal bitte an die Rückfallquoten im ersten Jahr und zweiten Jahr nach LZT ! ohje Revolution wenn man da kontrolliertes Trinken anbieten würde , welches zumindest motiviert und den Weg zu mehr Erkenntnis bereitet ! das ist jammern auf hohem Niveau, und genau das was Du beschrieben hast... aber instrumentalisiert genau so wie die Kommunikation

[ Editiert von Blumentopferde am 21.03.13 20:45 ]

[ Editiert von Blumentopferde am 21.03.13 21:15 ]

Fingolfin1
Beiträge:

21.03.2013 20:55
#18 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

ho, ho hier gehts ja nett zur Sache. Vor allem Dank Missverständnissen:

Zitat
Gepostet von Freddy K

Zitat
Gepostet von Fingolfin1


In wie weit dies die/der Einzelne als lebenslange Krankheit empfindet, sein Leiden pflegt + hegt, sich im stillen Kämmerlein noch Jahre selbst bemitleidet, bleibt jedem selbst überlassen.


Zitat
Gepostet von Fingolfin1
Wer seine Alkoholabhängigkeit allein als Behinderung (und es gibt ja bekanntlich einige Prozent Schwerbehinderung amtlich anerkannt, nä???:sly




Gepostet von Freddy K

Sorry Fingolfin, ich finde das schon etwas vermessen von dir!
Aus welchen meiner Worte schließt du diese Behauptungen?





Huiii, da zieht sich aber einer Schuhe an, die ich da gar nicht hingestellt habe.

Ich schließe gar nichts aus Deinen Worten, sonst hätte ich sie ja zitiert. Ich habe- bis auf den TE überhaupt niemanden persönlich gemeint oder angesprochen.


Zitat
Gepostet von Freddy K
Wenn du dich behindert gefühlt hast, bevor du das OK hattest, endlich wieder gesund zu sein - wenn du erst dadurch die Power einsetzt, um den Spaß im Leben wieder zu finden - tust du mir schon etwas leid!

Dann hast DU nämlich Zeit vergeudet



Dein -etwas fehlgeleitetes- Mitleid in Ehren, aber seit meiner Volljährigkeit habe ich selten irgendwo her ein o.K. für irgendetwas "haben" müssen, bevor ich einen Schritt in irgendeine Richtung getan habe.Und ob und wie ich meine Zeite vergeude oder nicht, kannst Du aufgrund dieser paar Zeilen mal gar nicht beurteilen.



Zitat
Gepostet von Freddy K
Nur weil ich (wie auch viele andere) - vielleicht aus Überzeugung, vielleicht aber auch aus Vorsicht - die Begrifflichkeit "Gesund" in diesem Zusammenhag meide, drückst du mir einen Stempel auf?!



WO liest Du das denn ?? Ich nenne sowas Selbststigmatisierung (durch eigenes Wiedererkennen??).



Zitat
Gepostet von Freddy K
Nochmal: Auch ich fühle mich weder eingeschränkt, noch behindert oder sonstwas!



Schön, das ist mal ein Anfang !!

Zitat
Gepostet von Freddy K
Ich finde eure Ansicht OK. Jeder so wie er denkt, aber wo bleibt die so hoch angepriesene Toleranz?

Gruß
Freddy




Wo steht hier geschrieben, dass meine (unsere) Ansicht die allein richtige,seligmachende ist???
Du scheinst Deine Sicht der Dinge in meine Äußerungen zu projizieren und vergisst dabei dass ich nur meine - außer für mich völlig unmaßgebliche- Meinung zu Uwes Post abgegeben habe. So funktionieren übrigens die meisten Internet-Foren.



Gruss

Michael

p.S.: für alle Geheimniswitterer : Die Insider-Geschichte bezieht sich auf ein Gespräch, dass ich kürzlich privat mit dem TE geführt habe und hat als solche nix mit CliC zu tun...

Blumentopferde Offline




Beiträge: 188

21.03.2013 21:22
#19 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Lebenslage Krankheit in Bezug auf:

Spielsucht

Trinksucht

Sexsucht

Kaufsucht

Nikotinsucht

Herrschsucht

Gewinnsucht

Medikamentensucht

Psychopharmaka verordnet

Drogensucht hart

Drogensucht härter (Meth , Crack)

Drogensucht weich

Magersucht

da wird die Argumentation und Kommunikation einige Grade dif­fi­ziler -

[ Editiert von Blumentopferde am 21.03.13 21:26 ]

[ Editiert von Blumentopferde am 22.03.13 19:15 ]

Freddy K Offline




Beiträge: 15

21.03.2013 22:04
#20 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Hi Blumentopferde,

Zitat
Gepostet von Blumentopferde
und denke mal bitte an die Rückfallquoten im ersten Jahr und zweiten Jahr nach LZT ! ohje Revolution wenn man da kontrolliertes Trinken anbieten würde , welches zumindest motiviert und den Weg zu mehr Erkenntnis bereitet !

kontrolliertes Trinken anzubieten, führt sicherlich zur schnelleren Erkenntnis, dass es doch nicht klappt. Ja, da gehe ich noch mit.


Aber als Motivationsschub ist das KT ungeeignet. Damit führt man noch einige mehr in die irre, die vielleicht den einzig gehbaren Weg eingeschlagen hätten - und die Rückfallquote wäre sicherlich noch höher.


Trinkplan...der dann auch strikt eingehalten wird... bieten wir für Missbräuchler in unserer Motivationsgruppe natürlich auch an.

Prima!
Motivation pur!
Ungestraft weitersaufen!

Die freuen sich da immer...und sind sicher tierisch stolz drauf, uns jede Woche sogar mit legitimer Fahne die Taschen vollzuhauen....


Nuja...wat mut, dat mut...irgendwann kommt jeder zur Erkenntnis....


Gruß
Freddy

[ Editiert von Freddy K am 21.03.13 22:11 ]

Blumentopferde Offline




Beiträge: 188

21.03.2013 22:28
#21 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Hey Freddy,

Zitat
Aber als Motivationsschub ist das KT ungeeignet. Damit führt man noch einige mehr in die irre, die vielleicht den einzig gehbaren Weg eingeschlagen hätten - und die Rückfallquote wäre sicherlich noch höher.



Ich möchte auf ein Konzept verweisen, welches öffentlich propagiert wird. Ich nehme davon jedoch aus Unkenntnis Abstand und poste nicht im Namen von Clic!

Konzept von Körkel , demnach Gegenteiliges der Fall ist Zitat (der Spiegel, Wie die Tröpfchentherapie Trinkern hilft von Jana Hauschild) link ... "die Entscheidung für Null-Alkohol haben die Personen selbst gefällt" Motivation




Blume


[ Editiert von Blumentopferde am 21.03.13 22:40 ]

[quote]"Hey...du warst krank, erinnest du dich an den Blues, an die Entzugserscheinungen, an die Lügen , an die Depressionen, an das Leid und den Schmutz? Jetzt bist Du auf dem weg der Genesung, seh zu dass es so bleibt und sich noch verbessert . Fühle dass nüchterne Leben, die neuen, echten Emotionen, den wieder erstarkten Körper, Deinen wachen Geist, der nun nicht mehr vernebelt ist, fühle den Mehrwert, Deine Selbstachtung, deine Erfolge und auch das was noch nicht so klappt oder Dir schwer fällt.Fühle den Mehrwert den die Abstinenz nach einer Abhängigkeitserkrankung ergibt. SOOO fühlt sich gesund an und es wird noch besser...Und seh´ zu, dass Du nicht wieder krank wirst. Dabei können wir Dir eventuell helfen und Dich in Deiner ganz individuellen Art der Gesundung unterstützen!/quote]

Wir können Dich in Deiner ganz individuellen Art der Gesundung unterstützen !!!!!!!

[ Editiert von Blumentopferde am 22.03.13 0:01 ]

CliC Lübeck Offline




Beiträge: 1.899

22.03.2013 04:41
#22 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Zitat
Gepostet von Freddy K

Zitat

Gut, dann rede ich mal Klartext!

Fakt ist: Die Erhaltung meiner Abstinenz ist ein lebenslanger Prozess, der mehr oder weniger gepflegt werden muss. Ich arbeite mal mehr, mal weniger, aber ständig an meiner Zufriedenheit.

Ich arbeite aber nicht auf einen Tag X (Gesundheit) hin. Ich kenne auch keinen der das tut. Diese "Gesundheit" ist Augenwischerei
.




Jo..Freddy..... "Klartext" "FAKT IST"...aus deinen Äußerungen klingt viel dogmatisches..unumstössliches...Naturgesetze..BASTA..dabei verändern sich Erkenntnisse, Suchtverhalten, Konsumverhalten. Medizin, Neurologie, Genforschung und psychatrisches fließen immer wie neu ein in die Suchtbehandlung. Diese verändert sich. [b]Und Veränderung ist der Schlüssel zur Abstinenz..


Mithin also zur Gesundung!!

Dieser lebenslange Prozess von dem du sprichst...den brauchst du nicht, wenn du "gesund" bist und nicht mehr krank werden willst. Nichtkonsum von Suchtmittel ist Normalität wie Zähneputzen oder Essen. Und da bedarf es keiner Demut oder Akzeptanz, das ist einfach so..und es geht mir gut damit..viel besser, Ich hab ja was bekommen als Mehrwert nach der Erkrankung. Ein MEHR an echten Emotionen, ein Mehr an Spass, ein Mehr an Leistungsfähigkeit körperlicher und psychischer Art...ein Meer an MEHR sozusagen..

Du klingst so wie viele,die mich veranlasst haben CliC zu gründen.es darf einem auf keinen Fall gut gehen...Stock im Arsch..immer die Krankheit vor Augen 100% Wachsamkeit, bloss keine HIGHs, da ist man kurz vor dem Rückfall...hat auch was religiöses mit unserem christlichen Hintergrund...Erbsünde, immer schuldig..Dankbarkeit für die Erleuchtung..der Teufel in flüssiger Gestalt ein Leben lang präsent..angstmachend..von manchen Gruppen in einer pervertierten Stringenz kommuniziert.

Etwas sehr puritanisches...Die Puritaner hatten ihr Coming - Out in Amerika....dort wo auch Bill und Bob die erste SHG gründeten und aus deren Fundus die Aussage :
"Du bleibst ein Leben lang Alkoholiker " kommt..

Laut postuliert, von einer Organisation, die sich "nicht an öffentl. Debatten beteiligt"..so laut , dass die Lüge zur Wahrheit wurde..

Einer Lüge, die die meisten Ärzte und Therapeuten eh nie geglaubt hatte, aber entweder keinen Arsch in der Hose hatten oder an das "könnte ja doch was dran sein" dachten..

Zitat
Gepostet von Freddy K
...und du schürst damit m.E. ausschließlich die Hoffnungen derer, die diesen Weg nicht bereit sind zu gehen - bzw., mit ihrer Abstinenz noch nicht einverstanden, geschweige denn zufrieden sind.



Mit der Faust in der Tasche ist noch nie einer trocken geworden! Da kann es nur heissen: "Schenk ein, mach Striche..und wenn du genug hast, meldest dich wieder!!"

Gepostet von Freddy K
Die meisten Alkoholiker brauchen die Erfahrung des ein, oder mehrmaligen Scheiterns, bevor sie überhaupt erstmal begreifen, dass sie süchtig sind!




Die meisten, wissen sehr genau , wie es um sie steht. Ich habe 10 Jahre abhängig getrunken. Das Scheitern liegt nicht an der mangelnden Einsicht der Abhängigkeit - also der momentan bestehenden Krankheit - sondern an fehlenden Willen oder Wissen zur Veränderung.

Zitat
Gepostet von Freddy KWenn sie das (nach einem meist beschwerlichen Weg) dann endlich begriffen haben, müssen sie ihre Abstinenz akzeptieren lernen.


Da ist es wieder!!! Ich muss mein Abstinenz akzeptieren...anstatt sie zu bejubeln, als Chance für ein besseres, geileres, aufregenderes, aber auch anstrengenderes Leben zu sehen.
Klingt negativ!! Ich muss akzeptieren, dass ich im Rollstuhl sitze, geht ja nicht anders und ich mach das beste draus..

Der CliC - Ansatz und das Konzept sind total anders.



Zitat
Gepostet von Freddy K
i

Aber als Motivationsschub ist das KT ungeeignet. Damit führt man noch einige mehr in die irre, die vielleicht den einzig gehbaren Weg eingeschlagen hätten



Dogmatisch, Bestimmend, Diktatorisch, Besserwisserisch??

Erkläre doch mal mir und den Mitlesern, den : [b]EINZIG GEHBAREN WEG..
Ich kenne soviele Weg aus der Sucht..
Von Schwerstabhängigen die von einem Tag auf den anderen aufgehört haben, ohne je eine Klinik, Therapeuten, Shg gesehen zu haben..
von echten Hardcore - Säufern, die jetzt auf Partys seit Jahren alkoholfreies Bier trinken, glücklich und zufrieden abstinent leben, weil sie garnicht wissen, das so etwas "unweigerlich zum Rückfall" führt.
Von Leuten, die nur durch Lesen und Schreiben in einem Forum stabil, zufrieden, gut drauf ohne Suchtmittel durch´s leben gehen.
Von Leuten, die eine "kleine Begebenheit" "Führerscheinverlust, Partneransprache, Abmahnung" zur sofortigen Verhaltensänderung nach jahrelangen Negieren der Probleme veranlasst hat.

Undundund...

Zitat
Gepostet von Freddy K
Prima!
Motivation pur!
[b]Ungestraft
weitersaufen!



Da ist es wieder!!."..der Süchtige, der einfach weitersäuft..etwas was ich nicht mehr mache und was ich schweren Herzens akzeptiert habe..obwohl wir ihm gewarnt haben und den einzig gehbaren Weg ge..predigt.".

Er gehört BESTRAFT ?????

Wer bestraft und warum? Du, Ihr, eine höhere Macht?????

Da ist auch wieder der Bezug zur Religion..bei Nichtgefälligkeit (weitertrinken, in diesem Falle ja Blasphemie:brauewird bestraft.

Ich hoffe Freddy, deine zur Abstinenz notwendige Selbstreflektion, lässt diesen Beitrag wenigstens mal wirken...und die Argumentation mal sacken, anstatt sie gleich zu verwerfen..

Und deine Worte sind ein schönes Beispiel für das Handeln und Inhalte anderer Gruppen..und warum sooooo viele diese nicht mehr wollen!!!

Und ich zitiere mal von der CliC Homepage:
Abstinenz ist GEIL, rockt swingt und groovt, weckt neue Kräfte, neue Lebenslust, öffnet neue Blickwinkel, schafft neue Räume...

...und wir versuchen diese Gefühle in Dein neues abstinentes Leben zu integrieren.
CliC steht keinem Verband der klassischen Selbsthilfegruppen nahe und ist vollkommen religionsfrei.
CliC gibt Dir keine Schritte vor, sondern lässt Dich selbst laufen.
CliC belehrt nicht und verbietet nichts.
CliC lebt nicht durch Suchtfunktionäre mit 30 jähriger Abstinenzerfahrung, sondern durch DEINE Dynamik!
CliC lebt, vibriert und pulsiert.


Und DAS Freddy...das ist GESUND! JO

Freddy K Offline




Beiträge: 15

22.03.2013 11:24
#23 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Oh, sorry Leute...hab meinen Text aus Vesehen als Gast losgeschickt

Hier nochmal:

Moin Uwe,


Ich hab es ja verstanden und muss zugeben, euer Konzept gefällt mir ja auch.

Dass ein Alkoholiker viele Jahre den Weg des geringsten Widerstandes gewählt hat. Ich glaub, da sind wir uns einig.



"Abstinenz ist GEIL, rockt swingt und groovt, weckt neue Kräfte, neue Lebenslust, öffnet neue Blickwinkel, schafft neue Räume...

...und wir versuchen diese Gefühle in Dein neues abstinentes Leben zu integrieren."





Wenn ihr es tatsächlich schafft, euren (besonders den frischen) Mitgliedern das abstinente Leben auch in Krisensituationen als solch einem Mehrwert zu verkaufen, dann bin ich ganz bei euch.

Das Leben ist aber auch mit der Abstinenz nun mal so wie es ist. Es rockt, swingt und groovt nicht ständig. Und schon gar nicht mehr, als in den "besten" Säuferzeiten.

Den Mehrwert der Abstinenz muss ich erkennen lernen - mir erst erarbeiten.

Auf diesem Weg sind Rückschläge vorprogrammiert! Mit ihnen gilt es fertig zu werden.


WIR, ICH habe übrigens nix mit Religion am Hut. Ich weiß nicht mal wie der neue Papst heißt



Gruß
Freddy

CliC Lübeck Offline




Beiträge: 1.899

22.03.2013 12:05
#24 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Jo..ich habe dann den Gastbeitrag - deine Erlaubnis mal vorrausgesetzt- wieder gelöscht, nach deinem inhaltsgleichen Posting als "Freddy"

Das von mir angesprochene religiöse, schlägt sich nicht im Glauben nieder oder gar in einer Spiritualität. Es hat sozusagen "kulturelle" Wurzeln, in denen man Teile der jeweiligen Religion in Denk - oder Handlungsschemen integriert, ohne es zu wollen.

So haben Teile der Ökobewegung (Ablasshandel ==> Ich wasch meinen Joghurtbecher aus und werf´ ihn in den "Gelben Sack", dafür reise ich im Flugzeug in den Urlaub:pfftoder die ständigen nicht eintretenden Weltuntergangsszenarien (Waldsterben, Atomkrieg,Tschernobyl, AIDS, Dioxin überall, Polkappenschmelze und aktuell die "Klimakatastrophe") Parallelen zu den Verkündigungen der Kirche in grauer Vorzeit in werden mit ähnlicher Inbrunst und Horrorszenarien verkündet. Alternativen für Handeln oder Geschehen gibt es nicht. Es muss alles GENAU SO gemacht werden, sonst...... Angstmacherei , Ausgrenzung von Hinterfragenden und deren Ächtung, sowie schlechtes Gewissen sind hier die ähnlichen Dynamiken, wie weiland die der Kirche

Ähnlich dogmatisch sind halt manche Abstinenz - Taliban, die nur den einzig selig machenden Weg kennen und propagieren. Wobei sich manchmal dennoch stark von den monotheistischen Rattenfängern abgegrenzt wird..die Kongruenz jedoch bei näherem Hinsehen auffällt.

Zitat
Gepostet von Freddy K
[
Das Leben ist aber auch mit der Abstinenz nun mal so wie es ist. Es rockt, swingt und groovt nicht ständig.

Rückschläge sind vorprogrammiert! Mit ihnen gilt es fertig zu werden.


WIR, ICH habe übrigens nix mit Religion am Hut. Ich weiß nicht mal wie der neue Papst heißt




Gruß
Freddy[/b]



Natürlich swingt und groovt es nicht immer, das wäre ja auch garnicht auszuhalten, aber durch die Veränderung bin ich in der Lage, jeder Situation durch Reden, verantwortungsvolles Handeln und Nachdenken, Herr zu werden, ohne zu Suchtmitteln zu greifen.

Ich VERÄNDERE was im Denken und Handeln, ich mache es anders als..

Und wer zum ersten mal in der Nüchternheit ECHTE Traurigkeit, ohne vernebeltes Hirn gespürt hat..der wird merken, dass der Entgiftungs - Blues eigentlich ein Scheissdreck dagegen ist, so kann es emotional in den Keller gehen..aber es fühlt sich ECHT an.
Und was unten gefühlt wird, kann dann auch oben gefühlt werden

und die Suchtsensibelchen fühlen die ganze Bandbreite an Gefühlen mal ohne Stoff...aber "man" händelt es!

Und das ist im Gesamten ein wertvoller Gewinn!!
Für einen selbst und strahlt an Partner, Kinder, Eltern, Freunden, Verwandte, Arbeitgeber, Untergebene etc. ab.

Und diese Veränderung im Gesamten...auch schlechten Situationen, Belastendem, Traurigem ANDERS zu begegnen, genau wie die positiven Sachen, die Highlights intensiver zu spüren und tolle Rückmeldungen zu bekommen...

das wiederum ...

rockt, swingt und groovt!! JO

Und der neue Papst heißt......

... ...irgendwas mit "F"...

Freddy??


LG Uwe

Co-Administration Offline




Beiträge: 2.062

22.03.2013 12:06
#25 RE: "Lebenslange" Krankheit Zitat · antworten

Ich habe gerade große Freude an der Diskussionskultur hier.

Ich danke jedem Einzelnen hier für die trotz aller persönlichen Emotionen (und das ist nunmal eine Sache die nicht losgelöst von den persönlichen Erfahrungen und Empfindungen sein KANN) fairen, durchaus ausgewogenen und "brückenschlagswilligen" Beiträge.
Es ist schön, dass jeder hier nach meinem Eindruck ernsthaft versucht, sich verständlich zu machen und klarzustellen, dass keiner gegängelt oder missioniert werden sollmussbraucht. Eher ein Beleuchten vieler Facetten, um sich auszusuchen ,von welcher Seite man dann den Weg zum Funkeln nehmen mag. (Ja, meine lyrische Ader, hehe...)
DAS ist auch etwas, das ich an CliC schätze: dass es die Denkmurmel anregt und Reflexionen fördert, einem aber nich die Lebensentscheidungen abnimmt (und auch nicht die Notwendigkeit, dafür dann eben die Konsequenzen zu tragen, ob positiver oder negativer Art).
Und das alles wiederum ist auch Voraussetzung für "gesundes Sein und Denken".

Ich fühl mich übrigens auch grad kerngesund. Und lebe seit über 9 Jahren ohne Alkohol. Und solang ich dafür sorg, dass das so bleibt - prich nicht trinke - habe ich die besten Chancen, mein dahingehendes Gesundheitsempfinden noch länger zu konservieren. (Klar schützt mich das nicht vor andren Krankkehiten, doch die haben Nichtundniegewesenalkoholiker auch.) Das Für-meine -Abstinenz-Sorgen ist mittlerweile so sehr Lebenseinstellung und Selbstverständlichkeit geworden, dass es keine besondere Sache mehr ist, sondern eine innere (Lebens-)Haltung, die "in meinem Startporgramm" tagtäglich sowieso im Autosstart installiert ist und von selbst läuft, als verinnerlichter Default-Modus. Ich weiß dass es läuft, brauch es aber nicht sonderlich mit Add-Ons zu versehen, ich weiß dass es da ist und Anwendung findet - sozusagen als aktives Programm im Hintergrund (ja, da ging jetzt wieder der Nerd in mir durch...)

Viele Grüße
Ingrid

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