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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 81 mal aufgerufen
  
 Allgemeines zu diesem Forum
Andy Offline




Beiträge: 10

05.05.2017 11:34
Wie viel Alkohol verträgt dein Leben? Zitat · antworten

Wie viel Alkohol verträgt dein Leben? ( Ich hoffe ich nerve nicht mit solchen langen Beiträgen aber mir bietet diese Forum eine ganze Menge um mich auszudrücken)
Jeder muss für sich entscheiden, wie viel Alkohol sein Leben verträgt. Viele Menschen, die mehr als jenes Glas Wein trinken, führen ein glückliches Leben. Wäre ich zum Ende in der Lage gewesen, spätestens nach der halben Flasche, die mein Bekannter abendlich zu sich nimmt, Schluss zu machen, hätte ich wahrscheinlich nie mit dem Trinken aufgehört. Aber auch im besten aller Fälle geht man dabei ein erheblich erhöhtes Risiko ein, an Krebs zu erkranken oder Krankheiten des Herz-Kreislauf-, des Verdauungssystems sowie Leberkrankheiten zu erleiden.

Jeder, den ich kenne, der mit dem Trinken aufhören musste, hatte zudem neurologische oder psychische Störungen, die manchmal schon nach ein paar Monaten Nüchternheit verschwanden. Sitzt man in einer Selbsthilfegruppe mit Menschen, die ebenfalls nicht mehr trinken, überrascht es einen außerdem, wie viele von ihnen schon einmal versucht haben, sich das Leben zu nehmen. Wer regelmäßig viel trinkt, für den besteht statistisch eine um 50 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, Selbstmord zu begehen.
Niemand will den Alkohol verbieten
Als ich anfing, mich mit dem Thema zu beschäftigen, bin ich vor allem auf zwei weit verbreitete Vorurteile gestoßen, die mich ärgern. Viele Menschen glauben bei jedem Hinweis auf das Problem eine zwanghaft verklemmte Tyrannei des Glatten aufkommen zu sehen – eine Welt, in der man nach den Zigaretten nun auch noch den Alkohol verbieten will, damit das postfordistische Hamsterrad aus Arbeit und Konsum noch reibungsloser funktioniert.
Das ist ein intellektueller Salto, wie ihn nur wahre oder angehende Trinker vollbringen können. Denn es ist keineswegs so, dass unser Alkoholkonsum gesellschaftlich in Verruf geriete. Im Gegenteil, das Angstbild einer genussfeindlichen Kultur steht in der Realität einer höchst trinkfreudigen Gesellschaft gegenüber. Sollten Sie daran zweifeln, versuchen Sie, beim nächsten Büro- oder Geburtstagsfest einfach mal nichts zu trinken.
Das zweite Vorurteil, das es schwierig macht, in Deutschland über Alkohol zu sprechen, ist die abstruse Annahme, dass es sich dabei um ein Problem der Hartz-IV-Fernsehen schauenden „Unterschicht“ handele. Statistisch gesehen zeichnet sich nämlich für Männer zwischen 30 und 64 Jahren ein Zusammenhang zwischen hohem Bildungsstand und riskantem Alkoholkonsum ab. Bei Frauen zeigt sich dieser Zusammenhang in allen Altersgruppen ab 30 Jahren.

In jedem Büro, in dem ich bisher gearbeitet habe, gab es jemanden, der oft übernächtigt zur Arbeit kam, wenig bewerkstelligte, zu katerbedingten Wutausbrüchen neigte und trotzdem davon überzeugt war, dass ohne ihn nichts funktionieren würde. Je klüger man ist, desto überzeugender sind die Geschichten, die man sich selbst erzählt, um weitertrinken zu können. Jeder Alkoholkranke hinterlässt, ohne dass er es selbst merken muss, eine Spur der Zerstörung in seiner Familie, an seinem Arbeitsplatz und in seinem Freundeskreis.
Es gibt immer genügend Anlässe
Solltet ihr jemals gedacht haben, dass ihr ein Alkoholproblem habt, ist es nicht unwahrscheinlich, dass ihr die eben erwähnten Zahlen kennt und als Alarmismus abtun. Zumindest ging mir das so. Wenn man auf riskante Weise trinkt, ist man gegen warnende Stimmen gewappnet. Man hat immer genug Probleme und Anlässe, die das nächste Glas geradezu zwingend erscheinen lassen. Und man hat immer eine Argumentation parat, die beweist, dass man kein Problem hat – wobei einem nicht auffällt, dass man gar nicht so viel Argumentationsaufwand betreiben müsste, wenn man das Problem nicht hätte.
Nicht jeder, der zu viel trinkt, ist automatisch ein Alkoholiker, aber wenn er weiter zu viel trinkt, wird er in jedem Fall einer werden. Beim einen geschieht das aufgrund genetischer Voraussetzungen und kultureller Prägungen innerhalb von ein paar Jahren, beim anderen zieht sich dieser Prozess über Jahrzehnte hin.
Die meisten Alkoholiker sehen nicht kaputt aus und müssen auch nicht morgens trinken. Sie leben nicht auf der Straße, sie haben Freunde und einen Job. Sie sind Menschen, die früher einmal tatsächlich Spaß hatten, wenn sie tranken; Menschen, die in klaren Momenten realisieren, dass irgendetwas nicht stimmt. Die meisten Alkoholiker sind Menschen, die ein Leben leben, das sie sich ohne Alkohol einfach nicht mehr vorstellen können.
Als ich nach meinem Ausflug nach Auschwitz ( ich bin Jude) endlich wieder in Berlin und dann Lübeck ankam, fühlte ich mich zutiefst erleichtert und rief sofort ein paar Freunde an, die auch nicht trinken. Ich hatte viel gelacht, gute Kunst gesehen, anregende Gespräche geführt und morgens im Hotel einen Roman gelesen, den ich schon immer lesen wollte. Aber es war auch eine der anstrengenderen Reisen, die ich in letzter Zeit unternommen hatte, nicht wegen den Hintergründen der eigentlichen Reise.
Die Freunde, mit denen ich unterwegs war, sind hinreißend, aber zu ihrer Vorstellung von einem guten Reisetag gehört es, sich abends einen Rausch anzutrinken. Ein Teil von mir hat sich sehr gewünscht, ich hätte nicht schon alle solche mir im Leben zustehenden Tage aufgebraucht. Und ich hätte mir gern bewiesen, dass mir das nichts ausmacht. Aber natürlich tut es das. Wie könnte es das auch nicht.
– Alkohol diente mir zur Betäubung und Beruhigung, als Auflockerung und um „in Stimmung“ zu kommen. Es war für mich ein häufig eingesetztes soziales Schmiermittel. Welche Ironie, dass ich mich benebelte, um den Anderen nah zu sein!
Das kann ich heute schon mit einer Tafel Schokolade (Marabou 200 g).
So nun soll es genug sein, sonst schlaft ihr mir noch ein.

LG Andreas (Andi)

CliC Lübeck Offline




Beiträge: 1.852

06.05.2017 20:52
#2 RE: Wie viel Alkohol verträgt dein Leben? Zitat · antworten

Zitat von Andy im Beitrag #1
Wie viel Alkohol verträgt dein Leben? ( Ich hoffe ich nerve nicht mit solchen langen Beiträgen aber mir bietet diese Forum eine ganze Menge um mich auszudrücken)

LG Andreas (Andi)



Im Gegenteil....

Erfordert auch eine etwas ausführlichere Antwort, die wird´s auch geben...

LG uwe

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