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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 77 mal aufgerufen
  
 Allgemeines zu diesem Forum
Andy Offline




Beiträge: 10

10.05.2017 11:22
Die Trauerzeit überstehen ohne Alkohol und Drogen Zitat · antworten

Die Trauerzeit überstehen ohne Alkohol und Drogen

Ein Thema Gestern in der SHG was mich sehr bewegt hat und womit ich auch nach 7 Jahren immer noch umgehen muss. Musste das mal los werden.

Nach dem ersten Schock, den man oft nur in einer Art Dämmerzustand erlebt, kommen die Gefühle in voller Stärke wieder: Verzweiflung, Wut, Unglauben, tiefste Trauer. Dazu körperliche Schmerzen, Schlafstörungen, wiederkehrende Gedanken und Bilder, die unglaubliche Sehnsucht nach der verstorbenen Person, und vielleicht auch der Wunsch, das alles möge endlich, wie auch immer, zu Ende gehen. Diese neue Welt ist schwer auszuhalten.
Was kann ich also tun, wenn ich mitten drin stecke in der Trauer? Leider gibt es keine schnellen Rezepte, keine Heilmittel oder Medikamente, ALKOHOL die meine Gefühle erträglicher machen. Tatsächlich gibt es nur den einen Weg: nämlich sich der Trauer zu stellen und sie bewusst zu erleben. Aber möglichst nicht alleine! Ich suche Unterstützung, sei es bei Freunden, Familienmitgliedern oder auch anderen Menschen, Leute in der Selbsthilfegruppe die ähnliches erleben und erlebt haben. Manchmal kann der Schmerz auch so unerträglich werden, dass ich Angst habe, mein Leben nicht mehr in den Griff zu bekommen, dann sollte ich mir Unterstützung bei professionellen Begleitern, seien es Ärzte, Therapeuten oder Seelsorger holen.
Darüber reden, wie es mir geht, was ich brauche, aber reden sollte ich auch über die verstorbene Person! Meine Erinnerungen, Geschichten, lassen ihn oder sie im Gespräch wieder lebendig werden.
Ich muss mir erlauben, die Liebe zu fühlen, die der verstorbene Mensch für mich empfand und achten so auf mich, wie er oder sie dies gewünscht hätte: Das bedeutet, einen gesunden Lebensstil ohne Alkohol oder schädliche Substanzen.
Was mir hilft, sich der verstorbenen Person nah zu fühlen, müssen ich selbst herausfinden. Manche Menschen führen Gespräche oder schreiben Briefe an die Person, andere füllen ein Erinnerungsalbum aus oder schneiden Videoaufnahmen zusammen für einen bewegenden Porträtfilm, wieder andere malen oder dichten etwas. Sehr hilfreich sind Rituale.
Wer versucht, alle Gefühle zu unterdrücken, der läuft Gefahr, eine Depression oder andere Symptome einer unverarbeiteten Trauer zu entwickeln. Das heißt, noch Jahre nach dem Tod können Hinterbliebene dann keine wirkliche Lebensfreude mehr fühlen. Dabei ist es durchaus sinnvoll, sich während der Trauer auch einmal abzulenken – solange ich mir das Recht zugestehe, die Trauer, wenn sie hochkommt, zuzulassen!

Nur leider wird es eine ganze Weile dauern, ehe ich wieder das Gefühl haben werden, ins Leben zurückgekehrt zu sein. Wenn die meisten meiner Bekannten und Freunde schon nicht mehr an die verstorbene Person denken, und wenn Sie vielleicht bereits wieder „funktionieren“, dann werde ich dennoch die Trauer weiter begleiten. Besonders an Jahrestagen wird die Trauer auch wieder so intensiv werden, wie ganz am Anfang. Und dennoch wird im Laufe der Zeit die Trauer milder werden, ein Teil von mir, der Sie zu der Person macht, die ich sein sollte: Vielleicht eine neue Person, jemand, der ich nie sein wollte, aber doch jemand, der tiefen Schmerz und tiefe Empfindungen verarbeitet hat und hoffentlich auch wieder lieben kann.

LG Andy

CliC Lübeck Offline




Beiträge: 1.852

11.05.2017 14:07
#2 RE: Die Trauerzeit überstehen ohne Alkohol und Drogen Zitat · antworten

Zitat von Andy im Beitrag #1

Ein Thema Gestern in der SHG was mich sehr bewegt hat und womit ich auch nach 7 Jahren immer noch umgehen muss. Musste das mal los werden.


Wird immer wieder Thema sein, wirkt in den Gruppen immer sehr bewegend und die Emotionalität ist dann spürbar.

Zitat von Andy im Beitrag #1
Nach dem ersten Schock, den man oft nur in einer Art Dämmerzustand erlebt, kommen die Gefühle in voller Stärke wieder: Verzweiflung, Wut, Unglauben, tiefste Trauer. Dazu körperliche Schmerzen, Schlafstörungen, wiederkehrende Gedanken und Bilder, die unglaubliche Sehnsucht nach der verstorbenen Person, und vielleicht auch der Wunsch, das alles möge endlich, wie auch immer, zu Ende gehen. Diese neue Welt ist schwer auszuhalten.
Was kann ich also tun, wenn ich mitten drin stecke in der Trauer? Leider gibt es keine schnellen Rezepte, keine Heilmittel oder Medikamente, ALKOHOL die meine Gefühle erträglicher machen. Tatsächlich gibt es nur den einen Weg: nämlich sich der Trauer zu stellen und sie bewusst zu erleben. Aber möglichst nicht alleine!



Suchtmittel helfen nie bei der Gefühlsbewältigung. Sie vernebeln die Gefühle und ziehen einen Schleier, der dort nicht hingehört. Und sie ändern nix. Keiner wird wieder lebendig.
Ich pers. halte es auch für respektlos "drauf" zu trauern.
Prof. Hilfe ist eine tolle Idee, ebenso Foren oder auch wie bei Suchtmitteln, Leuten denen es auch gerade so geht.


Zitat von Andy im Beitrag #1

Wer versucht, alle Gefühle zu unterdrücken, der läuft Gefahr, eine Depression oder andere Symptome einer unverarbeiteten Trauer zu entwickeln. Das heißt, noch Jahre nach dem Tod können Hinterbliebene dann keine wirkliche Lebensfreude mehr fühlen. Dabei ist es durchaus sinnvoll, sich während der Trauer auch einmal abzulenken – solange ich mir das Recht zugestehe, die Trauer, wenn sie hochkommt, zuzulassen!


Diese Gefühle können für einen Süchtler, der sonst alles betäubt hat, ganz neue Erfahrungen sein, die in DEM Moment nicht angenehm sind,einem aber später weiter helfen.

Zitat von Andy im Beitrag #1
Nur leider wird es eine ganze Weile dauern, ehe ich wieder das Gefühl haben werden, ins Leben zurückgekehrt zu sein. Wenn die meisten meiner Bekannten und Freunde schon nicht mehr an die verstorbene Person denken, und wenn Sie vielleicht bereits wieder „funktionieren“, dann werde ich dennoch die Trauer weiter begleiten. Besonders an Jahrestagen wird die Trauer auch wieder so intensiv werden, wie ganz am Anfang. Und dennoch wird im Laufe der Zeit die Trauer milder werden, ein Teil von mir, der Sie zu der Person macht, die ich sein sollte: Vielleicht eine neue Person, jemand, der ich nie sein wollte, aber doch jemand, der tiefen Schmerz und tiefe Empfindungen verarbeitet hat und hoffentlich auch wieder lieben kann.

LG Andy


Jeder fühlt anders, da spielen auch Resilienzen oder das "dicke Fell" keine Rolle.
Ganz wichtig ist die Dynamik, dass wenn man ganz tief und intensiv Trauer fühlt und diese sogar körperlich spürt, das Gegenteil ( Euphorie, Glücksgefühle, grenzenloser Optimismus etc.)auch fühlbarer wird!
Durch die -natürlich nüchterne "Freischaltung" der echten Gefühle ohne Stoffe" wird das positive Erleben auch verbessert.

LG Uwe

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